Massenweise Rätsel auf Hawthorne Island führen zu einem kleinen Overload, die vielschichtigen Figuren halten aber die Spannung aufrecht.
INHALTNachdem Avery im Spiel ihres Lebens das Milliardenvermögen von Tobias Hawthorne geerbt und eine enge Verbindung zu den Hawthorne-Brüdern geknüpft hat, möchte sie dieses Erlebnis auch anderen ermöglichen und ruft "The Grandest Game" ins Leben. Drei von ihr ausgewählte und vier willkürliche Teilnehmende - unter ihnen Graysons Halbschwestern Gigi und Savannah und Rohan, der mit Jameson bereits ein Spiel der besonderen Art gespielt hat - spielen auf der schicksalsträchtigen Privatinsel der Hawthornes um 26 Millionen Dollar. Neben dem Lösen von schwierigen Rätseln müssen sich die Teilnehmenden auch sich selbst, ihren Beweggründungen und Geheimnissen stellen ... und irgendjemand spielt eindeutig ein falsches Spiel!MEINUNGObwohl "The Grandest Game" als Spin-off-Reihe von "The Inheritance Games" vorgesehen ist und somit auch unabhängig gelesen werden könnte, bin ich froh, dass ich mit der Inheritance-Reihe vertraut bin - viele Zusammenhänge und Entwicklungen wären ansonsten zu wage. Der Roman ist in gewohnter Manier aufgebaut: Jugendliche müssen knifflige Rätsel lösen und kommen dabei zahlreichen Geheimnissen mit weitreichenden Folgen auf die Spur - so weit, so gut. In diesem Fall wurden für mein Empfinden die auf drei Teams aufteilten Rätsel allerdings zu sehr im Detail durchgekaut, die spannenden zwischenmenschlichen Schwingungen geraten dadurch zu sehr in den Hintergrund und der Roman bekommt dadurch unnötige Längen. Außerdem fand ich manche Entwicklungen äußerst unrealistisch, zumal zur Lösung der Rätsel sehr spezifische Kenntnisse (zB. Kenntnisse der griechischen Sprache) erforderlich sind und die zufällig zusammengewürfelten Teams konkrete Hinweise oder Utensilien benötigen, die genau diese Personen zuvor natürlich (heraus-) gefunden hatten.Dennoch muss man Barnes für die Schaffung dieses komplexen Rätsel-Universums Respekt zollen - trotz kleiner Kritikpunkte sind die Geheimnisse um Avery und die Hawthorne-Brüder äußerst fesselnd und in ihrer Vielschichtigkeit nicht zu übertreffen.FAZITWer sich "The Grandest Game" widmen möchte, tut gut daran, zuvor die Inheritance-Reihe zu lesen, um die handelnden Figuren und Entwicklungen nachvollziehen zu können. Ein Miträtseln ist auch hier auf Grund der Komplexität und des erforderlichen Hintergrundwissens nicht möglich, es macht aber Spaß, die Figuren beim Tüfteln zu begleiten - auch wenn dem Roman etwas weniger Rätsel gutgetan hätten.