Ein netter Historienroman für zwischendurch
Mir hat das Buch ganz gut gefallen. Alles in allem handelt es sich um ein eher "dünnes" Buch, das man gut zwischendurch lesen kann. Ca. 600 Seiten sind echt nicht zu viel für einen historischen Roman, und das Nachwort fand ich sehr informativ. "Das goldene Meer" ist ein Buch, das man kurz zwischendurch lesen kann und bei dem man mit ziemlicher Sicherheit Spaß haben wird.Gut fand ich das Setting. Die Kiewer Rus und das Norwegen des 11. Jahrhunderts werden ansonsten sehr wenig thematisiert, da fand ich es sehr erfrischend, einmal eine Geschichte aus einer anderen Perspektive zu lesen als die der üblichen Verdächtigen. Interessant war auch, die Ereignisse des Jahres 1066 aus der Sicht der Norweger zu sehen und endlich einmal die englischgeprägte Brille abzulegen; das war eine tolle Abwechslung. Elisabeth als Protagonistin hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ich fand sie durchweg sympathisch und nachvollziehbar. Die Ideen mit der "wachsenden" Schlüssel-Halskette fand ich super und auch das immer wieder aufkommende Bild des Stromschnellenrennens. Toll fand ich, wie diese Rennen die Protaginistin geprägt haben und immer wieder hochkommen.Was mir weniger gut gefallen hat, waren die vielen Rückblenden; diese waren zwischendurch in die "normalen" Szenen eingebettet und dann entsprechend in der Vorvergangenheitsform geschrieben. Dadurch wurde ich aus den "normalen" Szenen herausgerissen, konnte mich aber wegen der Vorvergangenheit, die sich irgendwie "weiter weg" anfühlt als die gewohnte Vergangenheitsform, nicht in die Geschehnisse aus den Rückblenen einfühlen. Ein Manko waren für mich auch die wenigen Kriegsszenen. Denn obwohl Kriege, Raubzüge und so weiter eine große Rolle im Leben der Protagonisten spielen, erlebt man ihn als Leser nur selten mit. Insbesondere Harald Hardrada ist sehr viel im Krieg, immer wieder während des gesamten Romans, aber dann werden seine Erlebnisse oft weggekürzt oder im nachhinein kurz geschildert. Auch die gescheiterte Invasion Englands war für meinen Geschmack zu kurz.