Arrangierte Ehe im 19. Jahrhundert: wenig christliches, viel Romanze
Buchinhalt:St. Louis, 1849: Enya Shanahan wurde schwanger von ihrem Mann sitzen gelassen - ein Skandal für die wohlhabende Familie. Flugs wird ein Heiratsvermittler engagiert, der auch recht schnell die Lösung präsentiert: der Dampfschiffkapitän Sullivan soll es richten und Enya ehelichen. Was alle nicht wissen: auch Sullivan hat Geheimnisse, die besser nicht ans Licht kommen....Persönlicher Eindruck:Im zweiten Band ihrer vierteiligen Reihe"Der Heiratsvermittler von St. Louis"steht nun Enya Shanahan im Mittelpunkt der Handlung. Der Rote Faden, um den sich die Geschichte dreht, ist eine arrangierte Ehe, wie sie im 19. Jahrhundert sehr häufig an der Tagesordnung stand. Doch bei Enya ist das Ganze etwas spezieller, denn Enya ist schwanger und wurde vom Kindsvater sitzen gelassen. Die zweite Hauptfigur ist der Dampfschiffkapitän Sullivan O'Brien, ausgesuchter Kandidat und "Lösung" für Enyas Problem. Doch auch Sullivan verheimlicht Dinge vor der Gesellschaft: er versteckt Sklaven auf einem Schiff und verhilft diesen zur Flucht. Ob das also gut geht? Insgesamt kann der Band auch ohne Vorwissen aus"Eine unmögliche Braut"gelesen und verstanden werden. Mir hat damals der erste Teil nicht sonderlich gut gefallen und ich war gespannt, wie sich die Reie wohl entwickeln würde. Generell hat man es als Leser mit einer eher leichten Liebesgeschichte zu tun, die einen nicht sonderlich fordert und im Gegensatz zu manch anderem Werk der Autorin recht einfach gestrickt ist. Dennoch fand ich den vorliegenden Band besser und es ist eine Tendenz nach oben erkennbar.Der christliche Aspekt ist sehr sparsam in das Leben der Figuren eingeflochten. Man kann erkennen, dass der Fokus auf der (zum teil auch körperlichen) Anziehung und Beziehung der beiden Hauptfiguren zueinander liegt und somit war ich dann wiederum überrascht, weil ich derlei von Frau Hedlund nicht wirklich gewöhnt bin. Vielleicht ist"Der Heiratsvermittler von St. Louis" dann doch eher eine Reihe, die mehr auf dem Liebesromansektor punkten möchte - so wirklich packen konnte mich das Ganze dann doch nicht.Besser gefallen hätte mir ein tiefer gehender Einblick in die Sklavenbefreiung und die Zustände in den Südstaaten, die Liebelei hätte man auch kürzer fassen können.Mein Fazit: wer einen christlichen historischen Roman mit Tiefe und Stoff zum Nachdenken sucht, ist in anderen Reihen der Autorin eher daheim - hier im Buch spielt die christliche Thematik dann doch eine untergeordnete Rolle. Es ist eher ein leichter Roman für zwischendurch und wird auch schnell wieder aus dem Gedächtnis des Lesers verschwunden sein.