Goethes Mörder

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Johann Goethe, Langzeitstudent im Frankfurt unserer Zeit, hat ein Ziel. Er will Schriftsteller werden. Bereits als Kind verfolgte er diesen Weg: seinen Gameboy nutzte er damals ausschließlich zur Inszenierung mitreißender Dramen. Doch das war früher. … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Goethes Mörder
Autor/en: Kai Bleifuß

EAN: 9783957510013
Format:  EPUB
GRIN Verlag

7. Mai 2014 - epub eBook - 104 Seiten

Beschreibung

Johann Goethe, Langzeitstudent im Frankfurt unserer Zeit, hat ein Ziel. Er will Schriftsteller werden. Bereits als Kind verfolgte er diesen Weg: seinen Gameboy nutzte er damals ausschließlich zur Inszenierung mitreißender Dramen. Doch das war früher. Er ist pleite und seine Freundin Jennifer hat ihn verlassen. Anstatt also auf den großen Literaturbühnen zu lesen, spricht er auf dem Arbeitsamt vor. Dort wird ihm von einer mysteriösen Fremden ein Job bei einer Firma für Real Virtuality angeboten. Johann willigt aus purer Not ein. Und bald schon scheint sich sein Schicksal endlich zu wenden ...
Was wäre, wenn Johann Wolfgang von Goethe heute leben würde? Wenn er trotz vieler Hindernisse an seinen Träumen festhalten würde und bereit wäre, alles für deren Verwirklichung zu tun?
»Goethes Mörder« - ein postmoderner Bildungsroman voller Sprachwitz und Sprachkunst.

Portrait

Kai Bleifuß, geb. 1983, erhielt bereits zu seinem Abitur den Scheffelpreis. Er studierte Neuere deutsche Literatur, Politikwissenschaft und Kunstgeschichte. 2007 wurde er mit dem Kunstförderpreis der Stadt Augsburg in der Sparte »Literatur« ausgezeichnet. 2012 promovierte er mit einer Arbeit zum Thema »Demokratie im Roman der Weimarer Republik. Annäherung und Verteidigung durch Ästhetik«, für welche die Stiftung der Universität Augsburg ihm den Mieczyslaw-Pemper-Preis verlieh. Zudem war er ...

Leseprobe

Neuntes Kapitel


Backsteinraster

Unglücklicherweise war es Chi und Lars gelungen, ihm in einem schwachen Moment die Bemerkung zu entlocken, dass er seine Jobsuche keineswegs ganz aufgeben wollte. Sie hatten ihn beschworen, dass er nichts Unüberlegtes tun solle; Lars hatte ihm mitgeteilt, nach dem letzten Anruf fast ein ganz kleines bisschen besorgt gewesen zu sein, und sie hatten ihm das Versprechen abgenötigt, das dritte Arbeitsangebot, das doch gewiss kein bisschen besser sein würde als die beiden ersten, zugunsten der glänzenden Radiokarriere sausen zu lassen, die von Chi erst noch eingefädelt werden sollte. Ach, es war ja völlig richtig, was sie sagten. Es gab wohl keinen Menschen auf der Welt, der mehr recht hatte als Chi...

..., so ging es Johann durch den Kopf, als er allein in einer Art Vorzimmer seines dritten möglichen Arbeitgebers saß, eines Unterhaltungs- und Dudelunternehmens mit dem Namen „Spectacular“, von dessen genaueren Aufgaben er sich kein Bild machen konnte. Auch jetzt wurde seine Fantasie nicht eben angeregt, denn es handelte sich bei dem Warteraum um ein düsteres fensterloses Kabuff, dessen rote Backsteinwände zu verputzen offenbar niemandem eingefallen war. Die einzige Lichtquelle, eine nackte alte Glühbirne an nacktem herabhängendem Kabel, goss eine seltene Gattung ockergelber und sehr schattenfördernder Möchtegern-Helligkeit aus. Nein, er hatte das Versprechen nicht gebrochen. Er war in seiner Neugier und Neigung zum Vollständigen nur nicht fähig gewesen, das eine noch Übrigbleibende komplett auszulassen, ohne wenigstens einen Blick darauf geworfen zu haben. Dass sein Tun nicht eben logisch erscheinen mochte, dessen war er sich durchaus bewusst – aber er fürchtete, dass er sich, wäre er nicht gekommen, noch in fünfzig Jahren gefragt hätte, was ihm hier wohl begegnet wäre. Da
s bedeutete allerdings nicht, dass er die Stelle annehmen wollte. Ja um ganz sicher zu gehen, dass er nicht in Versuchung geriete, hatte er zu dem bevorstehenden Bewerbungsgespräch einen halb zerrissenen blauen Anton angezogen, der auf einem Müllcontainer im Hinterhof seines Wohnhauses gelegen war, und die Haare ungekämmt gelassen.

„Herr Goethe? Bitte sehr!“ Eine kleine Frau mit fahler Hautfarbe, die ihm vorhin bereits geöffnet hatte, schaute interesselos herein, gab ihm einen antreibenden Wink und enteilte schneller, als er nur aufstehen konnte. Er trat in den Gang und sah, dass von der Person auch hier außen bereits nichts mehr zu sehen war. Vermutlich hatte sie... diese Richtung eingeschlagen. Diejenige, die er noch nicht kannte. Indem er seinen Schritt beschleunigte, drang Johann tiefer in das Gebäude vor, einen alten Fabrik- und Schreibstubenkomplex mit dem Charme des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts, der nahe dem Stadtrand in einer windigen Gegend lag. Links und rechts rauschten Legionen von Backsteinen und etliche tiefbraune massiv wirkende Türen vorbei, die sich binnen kurzem ins Unendliche zu verschieben begannen. Ganz offensichtlich hatten sie es darauf abgesehen, ihn zum Narren zu halten. Er bog um eine Ecke, hinter der sich das gleiche Bild öffnete wie zuvor, nur dass die Wände in diesem Trakt vielleicht noch ein kleines bisschen abgeschossener und renovierungsbedürftiger wirkten. Die Fahle blieb verschwunden.

Goethe wollte anhalten und umdrehen, schließlich hatte er nun erkannt, dass auch dies kein Ort zum Jubilieren war, und wenn man sich nicht einmal um ihn kümmerte, bestand für ihn auch keine Veranlassung zum Höflichsein. Allerdings fühlte er sich von dem Anblick des leeren und noch unbetretenen Korridors auf schwer erklärliche Weise angezogen. Wie das Bauwerk im Ganzen strahlte dieser Bereich, so abschreckend er sich auch äu&
szlig;erlich darbot, einen ganz bestimmten staubigen Zauber aus, der gleichsam ein Sehnen nach mehr enthielt, und trotz aller Wiederholung wollte Johann glauben, dass jeder Stein und jede Tür ein wenig anders, ja letztlich einzigartig war. Was sich ihm hier darbot, war nichts anderes als... gewissermaßen... ein literarischer Gang. Begleitet von den sprichwörtlichen vielfachen Flüsterstimmen, die ein solches Gemäuer zu füllen pflegen, schritt er weiter kräftig aus, ohne langsamer zu werden.

Plötzlich allerdings wurde er jäh gestoppt, als jemand eine Tür zur Rechten ruckartig aufriss und diese ihn so hart an der Schulter traf, dass ihm drollige Leuchtpunkte durchs Blickfeld tanzten. Ihm entgegen trat ein Mann, der –... Oder machen wir es kurz: Ihm entgegen trat der Schleimer aus der Arbeitsagentur; die Leserschaft erinnert sich. Auch Goethe glaubte sich dunkel zu erinnern, und zwar daran, dass der Mensch Falke hieß. Aber halt – so durchfuhr es ihn, als das Flimmern etwas nachließ –, möglicherweise sah diese Gestalt jenem Schleimer auch nur sehr ähnlich. Doch wie dem auch sei: Der Kerl passte zu seiner Umgebung wie die Faust aufs Auge, denn war man bei Backsteinen schon glücklich, wenn sie sich nur ein klein wenig voneinander unterschieden, so galt das für komplette Häuser bereits nicht mehr, umso weniger für Menschen, und wenn Falke so ausgesehen hatte, als wären zwecks seiner Erschaffung bereits alle Sprüchbeutel und Windfahnen Frankfurts zusammengeworfen worden, so musste man für diesen da eben auf die entsprechende Einwohnerschaft Wiesbadens oder Offenbachs zurückgegriffen haben. „Sie müssen Herr Goethe sein!...“, begann Herrn Goethes Gegenüber etwas monoton zu sprechen, ohne sich weiter um dessen existenzielle Gebärden anlässlich einer halb ausgekugelten Schulter gekümmert z
u haben. „...Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle: Mein Name ist Federsen. Kommen Sie doch herein.“

Der Raum, in den Johann gebracht wurde, wies zwei Besonderheiten auf. Einmal verstärkte sich in seiner Dämmerbläue noch der Eindruck einer tiefen Verlockung, die besonders von einem würdigen, alle hier tätigen Menschen erhöhenden Mobiliar auszuströmen schien. Zum anderen saßen darin um einen mächtigen Tisch verteilt... noch etliche weitere Falkes oder Federsens: gelackte Männer, von denen jeder einzelne mit geringem Aufwand zum Spiegelbild jedes anderen hätte umgestaltet werden können und die ihm, ebenso ausnahmslos, mit großen Augen entgegenstarrten. Zwischen ihnen befanden sich hier und dort ein paar Frauen, die mit ihrer individuellen Bekleidung und Haarmode zwar noch etwas charakteristischer schienen, aber – lag es an der Gesichtsform(?), am Blick(?), an der Einstellung, mit der sie ihrem Beruf nachgingen(?) – dennoch harmonierten sie in geradezu widersinniger Weise auch mit ihren männlichen Kollegen. In der Mitte des Zimmers, das man wohl als kleineren Konferenzsaal bezeichnen durfte, hing eine recht außergewöhnliche Lampe, die wild in alle Richtungen wucherte, doch eingeschaltet hatte man sie nicht. Unwillkürlich sah sich Goethe um; sein Blickfeld schob sich forschend über die düsteren Wände. „Schön, Herr Goethe“, so meldete sich Feder wieder zu Wort, „das wären dann also Ihre Mitarbeiter. Hier vorne, das ist Herr Nisten, zuständig für –...; äh, Herr Goethe? Herr Goethe!... Wonach halten Sie denn Ausschau, wenn ich fragen darf?“ „Ich... habe nur einen Kalender gesucht“, murmelte Johann mit leicht besorgter Stimme, „das ist... eine längere Geschichte.“ „Dann haben wir keine Zeit dafür. Außerdem gibt es hier keine Kalender. Nur Pup
pen.“

In dieser Sekunde öffnete sich auf der linken Seite eine bislang nicht wahrgenommene Tür zu einem Nebenzimmer...

...und Charlotte Weimann trat herein, seine Heimsuchung unter dem unverkennbaren schiefen Haaransatz.

„Da sind Sie ja endlich“, versetzte sie, wobei sie offenbar nicht den geringsten Anstoß an seinem abgerissenen Äußeren nahm, und brachte mit ihrer wunderlichen Stimme, die er aus hunderten herausgehört hätte, die Luft zum Wabern.

Zehntes Kapitel


Was muss, das muss / Batmans Knast / König der Elfen / Am Verhandlungstisch

Der eben erwachsen gewordene Autor klammerte sich fest an die Mappe mit seiner Kurzgeschichte und betrat den Saal. Ohrenbetäubender Krach schlug ihm entgegen. Das versammelte Publikum bestand zum größten Teil aus mehr oder minder minderjährigen Leuten zwischen sechzehn und dreißig Jahren – ach je, wenn er mit einer bestimmten Generation besonders schlecht umgehen konnte, dann war es seine. Johann versuchte Jenny zu erspähen, doch bevor er sich noch einigermaßen zurechtfinden konnte, fühlte er sich am Arm ergriffen und in Richtung der Bühne gezogen. Er wandte sich um und sah, dass an dem nämlichen Arm ein schon etwas angegrauter Herr hing, der heftig auf ihn einsprach. Von der gesamten Rede verstand er in dem Getümmel kein einziges Wort. Der Gestik und dem Mienenspiel nach zu urteilen, ging es um seinen unmittelbar bevorstehenden öffentlichen Vortrag der kleinen Gruselgeschichte mit dem Vater, dem Sohn und dem König der Elfen sowie den dafür in Aussicht stehenden Grünschnabel-Award. Es hätte aber auch die fachmännische Erstellung einer Pizza Margherita oder eine Strategie zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Infrastruktur Marokkos Thema sein können. Fest stand nur, dass Goethes neuer Lenker schrecklich große Verantwortun
g besaß und unbedingt verhindern wollte, dass der unerfahrene Neuling ihm die Vorstellung ruinierte. Worüber Johann sonst nur müde gegrinst hätte, drohte ihn nun allerdings im entscheidenden Moment aus der Bahn zu werfen. Immerhin konnte vieles davon abhängen, was der Mann, der doch gewiss ein Mitglied der Jury oder ein Moderator war, von ihm dachte. Jede Bewegung, die er tat, würde unter strengster Beobachtung stehen, das wurde ihm mit einem Schlag bewusst, und was den Juroren entging,...


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