Ein abgeschiedenes Gutshaus, eine junge Gouvernante und ein Geheimnis, das tiefer reicht als erwartet.
Katja Angenent entführt ihre Leserinnen und Leser in das Jahr 1882 und in eine Geschichte, die klassische Schauerelemente mit kriminalistischer Spannung verbindet. Charlotte Jäger nimmt aus finanzieller Not eine außergewöhnlich gut bezahlte Stelle auf Gut Valarin an. Doch die anfängliche Dankbarkeit weicht rasch wachsendem Unbehagen. Strenge Regeln, misstrauische Blicke, nächtliche Geräusche und ein gesperrter Flügel, über den niemand spricht, lassen Zweifel wachsen.
Der Roman lebt von seiner dichten Atmosphäre. Das alte Herrenhaus wird beinahe selbst zur Figur, durchzogen von Nebel, Gerüchten und unterschwelliger Bedrohung. Die Sprache ist historisch gefärbt, dabei angenehm zugänglich und flüssig zu lesen.
Charlotte überzeugt als eigenständige, kluge Protagonistin, die sich nicht mit halben Antworten zufriedengibt. Ihre Nachforschungen führen sie Schritt für Schritt näher an eine Wahrheit, die gefährlicher ist als gedacht.
Eine stimmungsvolle, spannend erzählte Geschichte für Liebhaber historischer Kriminalromane mit einem Hauch klassischer Schauerromantik.