Die Geschichten der antiken Mythologie sind voll von glorreichen Helden, Kriegern und Göttern. Allerdings haben sämtliche dieser Figuren eines gemeinsam: Sie sind Männer ... Denn die Rolle der Frau war in der Antike gänzlich oder zumindest zu einem sehr großen Teil negativ behaftet. Frauen galten als Verführerinnen, Opfer oder Bedrohung und wurden entsprechend als heimtückisch, missgünstig oder gar als Monster dargestellt - in den von Männern geschaffenen Geschichten. Doch was steckt hinter diesen weiblichen Figuren, die von vornherein verurteilt oder gefürchtet wurden, und hinter den wenigen, die sich den damaligen Normen angepasst haben und deshalb bewundert wurden?Dieser Frage geht Mara Gold in ihrem Buch "Antike Mythen ohne Männer" nach, und ich finde, das gelingt ihr durchweg auf sehr interessante Weise: Anhand von 40 Frauenfiguren aus der griechischen und römischen Mythologie beschreibt sie, wie diese Frauen durch patriarchale Gewalt in Schubladen gepresst oder als Monster, Hexen oder Wahnsinnige abgestempelt wurden. Sie beleuchtet den Ursprung dieser Mythen, schlägt eine Brücke in unsere heutige Zeit und zeigt auf, was wir aus der klassischen Mythologie lernen können.Ich muss zugeben: Mein Wissen über die Antike ist so beschränkt, dass man fast sagen könnte, es sei nicht vorhanden, da es lediglich aus irgendwelchen Filmen stammt, in denen natürlich die Männer als schillernde Helden gefeiert werden, oder aus Disney-Verfilmungen, in denen alles weichgespült wurde. Deswegen war es für mich sehr spannend, diesen Einblick in diese uralten Sagen und Geschichten aus einem feministischen Blickwinkel zu bekommen. Ein sehr schön gestaltetes Buch mit interessantem Inhalt. Danke dafür!