Politzirkus Washington

Wer regiert eigentlich die Welt?.
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Innenansichten der Macht - Mark Leibovich ist Chef-Korrespondent des New York Times Magazines, wer sein Buch über den Washingtoner Politikbetrieb gelesen hat, weiß wie Politik in den USA funktioniert.

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Produktdetails

Titel: Politzirkus Washington
Autor/en: Mark Leibovich

EAN: 9783944660097
Format:  EPUB
Wer regiert eigentlich die Welt?.
sagas.edition

22. September 2014 - epub eBook - 428 Seiten

Beschreibung

Innenansichten der Macht - Mark Leibovich ist Chef-Korrespondent des New York Times Magazines, wer sein Buch über den Washingtoner Politikbetrieb gelesen hat, weiß wie Politik in den USA funktioniert.

Egal wie viele Wahlen man verliert, wie oft man angeklagt wird oder in wie viele Skandale man verwickelt war - in Washington kann man jederzeit entspannt zum Essen gehen. Die amerikanische Kapitale ist die Hauptstadt des Vergessens. Grenzenlose Schamlosigkeit hält das Regierungskarusell permanent am Laufen. Und Geld ist die Muttermilch der Politik.

In seinem Bestseller erzählt der Top-Journalist von "dem ungesund engen Verhältnis von Presse, Wirtschaft und Politik (Süddeutsche zeitung). "Geld hat Washington im vergangenen Jahrzehnt am meisten verändert. Washingtn ist nun die wohlhabendste städtische Gegend in den gesamten Vereinigten Staaten - und Geld hat einen größeren Einfluss auf Politik als jemals zuvor ... Leute kamen nach Washington, um die Welt ein wenig besser zu machen, und das erleben wir auch immer noch. Aber zunehmend ist es eine Stadt geworden, in die Leute kommen, um reich zu werden." Rund um Washington, darauf weist Leibovich hin, befinden sich heute sieben derzehn wohlhanbendsten Bezirke der USA.

Für die enge Verknüpfung von Politik, Wirtschaft und Medien liefert Leibovich faszinierende Belege. Und häufig werden die Grenzen zur Korruption verwischt. "Das Center for Responsive Politics listet 412 ehemalige Mitglieder des Kongresses auf, die sich ihren Einfluss nun teuer bezahlen lassen 305 von ihnen sind offiziell als "Lobbyisten" registriert. Hunderte weitere nennen sich schlicht "Berater" und kassieren oft sechs- bis siebenstellige Jahresgehälter."

Leseprobe

Prolog

Juni 2008

Tim Russert ist tot. Aber der Saal lebt.

Bei einer Trauerfeier darf man sich natürlich nicht allzu sehr ins Zeug legen. So etwas fällt auf. Aber eine hochkarätige Beerdigung in Washington ist einfach ideal, um Kontakte zu pflegen. Hinter den feierlichen Mienen ist der Eifer förmlich zu spüren: Ein wahrer Ansturm von gut 2000 mächtigen Trauergästen strapaziert die roten Teppiche in den Gängen des Kennedy Center.

Vor der Trauerfeier eilen ständig Leute den linken Gang hinunter zu Robert Gibbs, dem Wahlkampf-Pressesprecher, der mit dem richtigen Arbeitgeber das große Los gezogen hat: Barack Obama soll bald als erster Afroamerikaner von einer der beiden großen Parteien zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden. Falls Obama gewählt wird, hat Gibbs gute Aussichten, Pressesprecher des Weißen Hauses zu werden. Seine Eltern sind Bibliothekare und gehören zu den zehn Prozent der Weißen in Alabama, die Obama im November unterstützen werden.1 Bobby, wie er zu Hause genannt wurde, las als Kind äußerst ungern und entwickelte sich zu einem mittlerweile immer glühenderen Redner.

Ständig wird er an Flughäfen und auf der Straße um Autogramme gebeten. Er ist eine gute Adresse für Leute, die menschliche Beziehungen unter dem Aspekt sehen: Wie kann dieser Mensch für mich nützlich sein? Potenziell ist Gibbs mittlerweile kolossal nützlich. Viele sprechen ihn an und gratulieren ihm zu seinem Erfolg und dem seines Kandidaten, besonders bei Stammestreffen wie diesem, einem grandiosen Abschied für den Moderator der Fernsehsendung Meet the Press.

Neben Gibbs präsidiert eine weitere hilfreiche Adresse: David Axelrod, Medienberater der Demokratischen Partei und ein Walross von einem Kerl, der zu allem seinen Senf dazugibt und Obamas Wahlkampf um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten 2008 inszeniert hat. Axelrod, kurz Axe genannt, ist aus sentimentaler Anhänglichkeit an Ro
bert F. Kennedy Demokrat und in seiner Schwärmerei für Obama nicht einmal von Gibbs zu übertreffen. (Gibbs nannte Axe einmal den Burschen, der mit Rosenblättern vor Obama hergeht.)2 Ein Politico-Kolumnist, der den großen Ansturm auf Gibbs und Axelrod bemerkt, sagt zu mir, die beiden seien die It-Guys der Trauerfeier, und das sind sie nicht zuletzt wegen ihrer Medienstrategie, die darauf beruht, Washingtons Meinungsführer geflissentlich zu ignorieren.

Auch Joe Scarborough und Mika Brzezinski, die TV-Journalistin und Tochter von Jimmy Carters einstigem Sicherheitsberater, werden umlagert und kommen kaum zu ihren Sitzplätzen durch: Sie werden mit Komplimenten für den Erfolg ihrer Sendung Morning Joe bestürmt, der beliebten morgendlichen Talkshow des Fernsehsenders MSNBC, die als eine Hauptschlagader im Kreislauf der Meinungsführer rangiert. Viele drücken den beiden Moderatoren ihre Visitenkarte in die Hand, versessen darauf, dass Joe und Mika sie oder ihre Klienten in ihre Show einladen oder zumindest ihr Buch erwähnen. Ein neuer Tiefpunkt, selbst für das vulgäre Washington, wird Mika das Gedränge bei der Trauerfeier später beklagen. Aber es ist wichtig, im Gespräch zu sein, das begreift doch wohl jeder. Man nutzt seine Chance, wenn sie sich bietet.

Bill und Hillary Clinton gehen steif den linken Gang entlang. Köpfe drehen sich und die kollektive Wirkung ist unverkennbar: Im ganzen Saal ist das exotische Hauptstadtprickeln zu spüren, das die Nähe zu Supermächtigen auslöst. Bill und Hill. Alle gehen auf Abstand. Es war ein hartes Rennen. Hillary hat gerade ihre Bewerbung um die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei zurückgezogen und damit einen endlos langen Vorwahlkampf beendet, in dem Bill sich blamiert und eines Ex-Präsidenten unwürdige und vielleicht sogar rassistisch befrachtete Äußerungen über Obama gemacht hat. Keiner der beiden Clintons steht im Moment auf sonderlich gutem Fuß mi
t Washington, den Medien, der Demokratischen Partei vielleicht auch miteinander.

Bills Spitzenberater nach der Präsidentschaft, Doug Band, führt auf seinem Blackberry eine Liste aller Leute, die die Clintons im Wahlkampf in die Pfanne gehauen haben und die jetzt für uns gestorben sind. Manche dieser Gestorbenen sind ebenfalls hier im Kennedy Center. In Clinton-Kreisen kursieren Witze über all das Schlechte, das Leuten zustößt, die es sich mit den Clintons verderben. Ted Kennedy, der Obama im Januar entscheidend unterstützt hat, leidet an einem Hirntumor und liegt im Sterben. (Nachdem er sich für Obama ausgesprochen hatte, fragte sein Kollege Lindsey Graham ihn Monate bevor sein Hirntumor entdeckt wurde, ob er sein Senatsbüro erben könne. Wieso? Weil die Clintons Sie umbringen werden, scherzte Graham.) Bei John Edwards, der Obama ebenfalls unterstützt hat, ist aufgeflogen, dass er seine sterbende Frau betrogen hat; seine Popularität befindet sich im freien Fall. Der Bundesstaat Iowa, dessen demokratische Wähler Hillary bei den Vorwahlen im Januar auf einen demütigenden dritten Platz verwiesen haben, ist im Frühjahr von sintflutartigen Überschwemmungen heimgesucht worden.

Hillary bleibt ihrer stoischen, zähen Art treu, setzt ein Lächeln wie hart gewordenes Kaugummi auf und verbreitet die Ausstrahlung: Bleibt mir vom Leib. Eine eifrige Produzentin der MSNBC-Nachrichtensendung Countdown ignoriert diese Signale, geht schnurstracks auf die Allmächtige zu, stellt sich ihr vor und setzt auf gut Glück zu einer Anfrage an, ob die Senatorin vielleicht an diesem Abend in die Sendung kommen würde.

Es freut mich, Sie kennenzulernen, erwidert Clinton der eifrigen Produzentin mit starrem Lächeln und geht unbeirrt weiter. Hillary hat an einer Trauerfeier teilzunehmen: einer Gedenkfeier für einen Mann, den sie und ihr Mann rundheraus nicht ausstehen konnten und von dem sie (zu Recht) annahmen
, dass er sie ebenso verabscheute.

Aber die Clintons sind Profis in Sachen Tod und Krankheit. Sie kommen, spielen die ihnen zugedachte Rolle, schicken nette Karten und spenden den Hinterbliebenen auf ihre warmherzige, offene Clinton-Art Trost. Sie sind hier, um dem Verstorbenen mit mitfühlendem Blick Respekt zu zollen wie es die Oberhäupter von Mafiafamilien tun, wenn der Pate eines rivalisierenden Clans fällt. So ähnlich ist es bei Trauerfeiern in Washington, wenn die verschiedenen Persönlichkeitskulte zusammenkommen: Bill und Hillary gehen ein paar Schritte entfernt am ehemaligen republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich und seiner dritten Frau, Callista, vorbei und schneiden David Shuster, den Fernsehmoderator bei MSNBC, der gerade wegen seiner Äußerung suspendiert wurde, die Clintons hätten ihre Tochter Chelsea im Wahlkampf eingespannt wie Zuhälter, indem sie sie bei Superdelegierten anrufen ließen. (Seitdem hat man von Shuster kaum etwas gehört. Noch mal: Leg dich nicht mit den Clintons an!) Bill und Hill haben offenbar keine Plätze reservieren lassen, finden aber zwei freie Stühle neben der ehemaligen Außenministerin Madeleine Albright und der gegenwärtigen Außenministerin Condoleezza Rice.

Unweit der Begrüßungsschlange vor Gibbs und Axelrod kommt die NBC-Journalistin Andrea Mitchell mit ihrem Mann Alan Greenspan herein, dem konservativen Orakel der Geldpolitik und ehemaligen Vorsitzenden der US-Notenbank. Andrea ist eine der hartnäckigsten Reporterinnen der US-Hauptstadt und liebt ihre Arbeit, ihre Freunde, vor allem aber Alan. Er gehört zur Elite der Meinungsführer in Washington und gibt bei gesellschaftlichen Ereignissen immer an Andreas Arm den höflichen alten Würdenträger, selbst wenn viele ihm vorwerfen, die Wirtschaft in den Abgrund getrieben zu haben. Wäre Washington ein Comic was in gewisser Weise zutrifft , dann wäre Greenspan auf jedem Bild im Hintergrund zu sehen.

Einige Reihen von Alan Greenspan und
Andrea Mitchell entfernt sitzt Barbara Walters, die TV-Interview-Koryphäe und Greenspans ehemalige Freundin. Als Alan und Andrea sich gerade näher gekommen waren, nahmen sie in der Amtszeit von George H.W. Bush an einem Abendessen zu Ehren von Queen Elizabeth in der Britischen Botschaft teil. Bush stellte Andrea der Königin vor: Eure Majestät, das ist eine unserer führenden amerikanischen Journalistinnen.3 Dann wandte er sich an Mitchell: Hallo, Barbara. Am nächsten Tag schickte er Andrea eine persönliche Entschuldigung.

Bei der Trauerfeier sitzt Barbara in der Nähe von Ken Duberstein, einem Urgestein in Washington, der in Ronald Reagans zweiter Amtsperiode kurze Zeit Stabschef des Weißen Hauses war. Duberstein und Mitchell sind alte Freunde. Beide sind jüdisch, gehören per Akklamation zum lokalen Hochadel und verbrachten einmal den höchsten Feiertag des jüdischen Kalenders, Jom Kippur, auf denkwürdige Weise an einer der heiligsten Stätten der Hauptstadt: in der Villa des saudi-arabischen Botschafters in den USA, Prinz Bandar bin Sultan, und seiner Frau Haifa in McLean, Virginia. Dick und Lynne Cheney waren ebenfalls da. Mitchell und Duberstein hatten wegen des jüdischen Fastentags ein schlechtes Gewissen, konnten sich aber dieser heiligen Pflicht unmöglich entziehen. Letztlich fanden wir beide, dass Gott und unsere Eltern uns wohl verstehen würden, schrieb Mitchell später in ihrem Buch Talking Back.

Mittlerweile ist Duberstein Lobbyist, fährt seit Jahren auf dem Washington-Karussell und hat sein Rolodex voller einträglicher Kontakte. Er ist der Inbegriff des Ehemaligen, der als früherer Amtsinhaber ohne Weiteres ein siebenstelliges Einkommen als Weiser, Experte, Staatsmann oder, krass gesagt...


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