Frankenstein erzählt vom Naturforscher Victor Frankenstein, der aus Leichenteilen ein Wesen animiert und es in Panik verstößt; das verstoßene Geschöpf sucht Sprache, Anerkennung und Vergeltung. Eingebettet in die Briefe des Polarkapitäns Walton verschränken sich Stimmen und Perspektiven. Als Mischung aus Gothic Novel, romantischem Bildungsroman und Wissenschaftskritik verbindet das Werk knappe, experimentelle Prosa mit erhabenen Landschaftspanoramen; es verhandelt Prometheus-Mythos, Miltons Paradies, Verantwortung des Wissens sowie Entfremdung und Zugehörigkeit. Mary Shelley, 1797 in London geboren, Tochter von William Godwin und Mary Wollstonecraft, schrieb den Roman 1816/18 am Genfer See im Kreis um Percy Shelley und Lord Byron, angestoßen durch eine Geistergeschichten-Wette während des Jahres ohne Sommer. Debatten über Galvanismus, Vitalismus und Erasmus Darwin lieferten Stoff; ein Albtraum gab die Form. Persönliche Verluste schärften ihre Fragen nach Schöpfung, Fürsorge und Schuld. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die Literaturgeschichte mit aktuellen Technik- und Bioethikdebatten verbinden möchten. Wegen seiner präzisen Reflexion über Grenzen des Forschens, seiner psychologischen Zeichnung des Geschöpfes und seiner kunstvollen Mehrfachperspektive bleibt Frankenstein unverzichtbar: als spannender Roman und als Maßstab verantwortlichen Wissens.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.