eindringlicher Roman zu schrecklichem Unrecht der ehem. DDR
Eines der dunklen Kapitel der DDR ist das Vortäuschen des Kindstodes bei Geburt gegenüber den Eltern und die Zwangsadoption. Diesem Thema nimmt sich Matthias Jügler in diesem Roman an.Hans und Katrin leben in der DDR und erwarten voller Freude ein Kind. Die Geburt verläuft völlig normal - ein Sohn. Doch kurz nach der Geburt behaupten die Ärzte, der Junge sei auf dem Weg zur Kinderklinik gestorben. Noch unter Schock stehend unterschreiben sie Papiere, die nach Aussagen des Personals nur zu ihrem besten sind.Schock, Trauer, Beerdigung - aber das Leben muss weitergehen. Nicht für Katrin, die überzeugt ist, dass da etwas nicht stimmt. Katrin, die nicht aufhört zu glauben, dass ihr Sohn lebt, erreicht damit aber nicht mehr Hans, der versucht, wieder zum "normalen" Leben zurück zu finden. Katrin trennt sich und zieht aus. Jahre danach stirbt Katrin an Krebs.Nach dem Mauerfall versucht Hans Einsicht in die Akten zu erlangen. Nach großem Widerstand seitens der damaligen Geburtsklinik, erhält er geschwärzte Unterlagen. Eine Exhumierung wird ihm verwehrt. Auch ihm wird nun klar, dass hier etwas nicht stimmt und wirft sich vor, nicht genug getan zur haben.Anne, seine langjährige, neue Partnerin, platziert ohne sein Wissen in entsprechenden Foren einen Suchaufruf. Und tatsächlich klingelt eines Tages das Telefon.Weiter möchte ich nicht spoilern. Lest selbst, was diese Machenschaften eines Staates mit Menschen macht. Auf nur 160 Seiten schafft Matthias Jügler - für mich - ein Meisterwerk, welches auf eine tatsächlichen Suche basiert."Ein unheimlich eindringlicher Roman über ein himmelschreiendes Unrecht " Denis Scheck - da sind wir uns ausnahmsweise mal einig! ¿"Maifliegenzeit" ist die Zeit, in der man mit Maifliegen Fliegenfischt. Hans, der bereits mit seinem Vater angeln war, zelebriert dieses Hobby auch weiterhin.