Über die Schönheit häßlicher Bilder

von Max Brod
Essays zu Kunst und Ästhetik.
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»Ein Vademecum für Romantiker unserer Zeit« ist der Untertitel der Sammlung von Essays, die Max Brod mit 29 Jahren 1913 bei Kurt Wolff in Leipzig veröffentlichte. Die Verbindung von Romantik und Moderne kommt in dieser Sammlung nirgends deutlicher zu … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Über die Schönheit häßlicher Bilder
Autor/en: Max Brod

EAN: 9783835325371
Format:  EPUB ohne DRM
Essays zu Kunst und Ästhetik.
Wallstein Verlag GmbH

3. März 2014 - epub eBook - 386 Seiten

Beschreibung

»Ein Vademecum für Romantiker unserer Zeit« ist der Untertitel der Sammlung von Essays, die Max Brod mit 29 Jahren 1913 bei Kurt Wolff in Leipzig veröffentlichte. Die Verbindung von Romantik und Moderne kommt in dieser Sammlung nirgends deutlicher zum Ausdruck als in dem brillanten Essay zu Robert Walser, dessen Größe zu dieser Zeit kaum jemand sah. Doch es sind nicht zuletzt die kleinen Dinge des Alltags, die den Flaneur Brod entzücken: die kitschige Wiener Historienmalerei, die ihn erregt, wiewohl er sie ablehnt, die modernen Möbel, die dem Benutzer eine Lebensweise aufzuzwingen versuchen, das veraltete Kaiserpanorama, das den Zauber der Kindheit wiederbringt, und die okkultistischen Sitzungen mit Gustav Meyrink, die ihn beeindrucken. Es ist der Reiz der Oberfläche, der ihn fasziniert. Brod begegnet allem vorurteilsfrei und zeigt eine intellektuelle Beweglichkeit sowie eine Ironie, die auch vor ihm selber nicht haltmacht. Ergänzend zu dem 1913 erschienenen Buch enthält der Band noch viele weitere, teils erstmals wiederveröffentlichte Essays, u. a. aus dem »Prager Tagblatt«.

Portrait

Max Brod (1884-1968) war vor und nach dem Ersten Weltkrieg einer der bekanntesten Vertreter der Prager deutschsprachigen Literatur, heute ist er vor allem als Herausgeber der Werke Franz Kafkas berühmt.

Leseprobe

Vorwort


Mit einer gewissen Nonchalance gibt Max Brod im Jahr 1911 in der Zeitschrift Pan Auskunft über seine Weltanschauung: »Ich bin weder Spiritist noch Antispiritist, weder Antitheosoph noch Theosoph. ›Welcher Weltanschauung gehören Sie also an?‹ Ich bin Literat.« Mit dieser Pointe beginnt der kleine Essay »Höhere Welten«, in dem Gustav Meyrink auftritt, als ein Cicerone im Reich des Okkulten, und Max Brod selbst in eine spiritistische Gesellschaft gerät, die sich zum Tischerücken und Geisterbeschwören um ein Medium versammelt, das in Prag ein gewisses Aufsehen in den interessierten Kreisen erweckt hat. Was macht ein Literat, wenn er auf ein Medium trifft? Er macht daraus ein Feuilleton. Wie er das macht, kann man in diesem Band nachlesen. Schauen wir uns aber zuvor die Visitenkarte etwas genauer an, die er in der Anfangspointe gezückt hat. Als Max Brod ein Junge von elf Jahren war, 1895, gab der Brockhaus die Auskunft, der »Litterat« komme vom lateinischen »Litterator« und sei »ein Gelehrter, im speziellen ein Schriftsteller von Beruf«. Im Jahr 1904, als der zwanzigjährige Max Brod in der Zeitschrift Jugend mit einem Essay zum Thema ›Religion‹ debütierte, war der Literat schon auf dem Weg zu einer luftigeren Existenz, seine lateinische Herkunft begann zu verblassen, und um 1910 war der Literat für einen ernsthaften Gelehrten wie Max Weber zur wissenschaftlich nicht mehr satisfaktionsfähigen Kontrastfigur geworden. Ihm war nun alles mögliche zuzutrauen, und der Schriftsteller Jakob Wassermann eröffnete sein Buch Der Literat oder Mythos und Persönlichkeit (1910) mit den Sätzen: »Der Literat, ein geheimnisvoll beschlossenes Wesen, hat der Kultur unserer Zeit seinen unverwischbaren Stempel aufgeprägt. Ja, man könnt
e sagen, daß alles, was sich heute gemeinhin unter dem Titel Kultur begreift, ein Werk des Literaten ist.« Sehr schmeichelhaft ist das Porträt nicht, das Wassermann von diesem Geheimwesen zeichnet, in dem sich der Dilettant und der Tribun, der Psychologe, der Apostel und der Schöngeist vermischen und das so sehr Ausdruck der modernen Zeit ist, daß selbst der schöpferische Mensch seiner Allgegenwart Tribut zollen muß. Das Jahrhundert ist noch jung, als der Literat zur zeittypischen Figur zu avancieren beginnt. Noch wird dabei in verschiedene Richtungen improvisiert, Thomas Mann zum Beispiel nähert ihn in seinem Essay »Der Künstler und der Literat« (1913) dem Propheten an, aber schon bald in den Betrachtungen eines Unpolitischen wird er ihn zum »Zivilisationsliteraten« machen und damit zu seinem künftigen Profil entscheidend beitragen. Schon ehe er zum »Asphaltliteraten« wird, ist der Literat eine durch und durch unmetaphysische Natur, seine Stammheimat ist das Kaffeehaus, und wenn er es verläßt, geht er in die Redaktion oder ins Theater. Schriftsteller von Beruf wie einst im Brockhaus kann er immer noch sein, aber zumindest im Nebenberuf ist er auch Journalist. In den antiurbanen und antimodernen Polemiken wird er zu einem beliebten Haßobjekt werden.

Max Brod hat seine schriftstellerische Karriere als selbstbewußter Literat begonnen. In der Entfaltung seiner Autorschaft mögen Romane wie Schloß Nornepygge (1908), mit dem er Furore machte, Schlüsselereignisse sein. Aber sie beruhen auf der hohen Frequenz, mit der er zu den Zeitungen und Zeitschriften beiträgt, in denen die Gegenwartsliteratur des frühen 20. Jahrhunderts ihre Tendenzen erprobt, ausprägt und debattiert, ehe sie die feste Gestalt des Buches annimmt. Max Brod hat bis zum Frühling 1939, als er vor dem Nationalsozialismus na
ch Palästina floh, in Prag seinen festen Wohnsitz gehabt. Aber von Beginn an war seine Autorschaft an ein Publikum weit über Prag hinaus adressiert, an die gesamte deutschsprachige Öffentlichkeit. Die Zeitschrift Gegenwart, für die er in jungen Jahren viel schrieb, saß in Berlin, nicht anders als der von Paul Cassirer neu begründete und von dem jungen Journalisten Wilhelm Herzog redigierte Pan, in dessen erstem Jahrgang 1910/11 er an der Eingangstür zu den ›Höheren Welten‹ des zeitgenössischen Okkultismus die Visitenkarte des Literaten zückte. Bis in die 1930er Jahre hinein wird diese publizistische Achse Prag – Berlin stabil bleiben, und bei den nicht seltenen Reisen nach Berlin wird er in Leipzig Station machen, wo der Kurt Wolff Verlag seinen Sitz hat, in dem er 1913 das Jahrbuch Arkadia herausgibt und Franz Kafka seine ersten Bücher publiziert. Früh wird er Kontakt zur Neuen Rundschau des S. Fischer Verlages in Berlin suchen, dem Zentralorgan der literarischen Moderne in Deutschland, in der ebenfalls in Berlin ansässigen Schaubühne Siegfried Jacobsohns wird er häufig auftauchen, rasch wird er Zugang suchen und finden zu den Zeitschriften der expressionistischen Avantgarde in Berlin, zur Aktion Franz Pfemferts und dem Sturm Herwarth Waldens. Es gehört sich für einen Literaten, Fehden nicht zu scheuen, und so wird er 1911 in der Aktion in der Fehde zwischen Karl Kraus und Alfred Kerr für letzteren Partei ergreifen, Karl Kraus wiederum wird ihn unter die kleinen Literaten einreihen und sich über seinen Roman Jüdinnen in aufgespießten Zitaten lustig machen.

Es ist für einen Literaten nicht ungehörig, die Technik der Mehrfachverwertung zu beherrschen. Max Brods Feuilleton über den Wert der Reiseeindrücke erscheint zuerst in
der Frankfurter Zeitung und dann noch einmal im Prager Tagblatt. Der Aufschwung des deutschsprachigen Feuilletons im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ist die Bedingung sowohl für eine einigermaßen stabile ökonomische Existenz des Literaten wie für seine Ausgestaltung zur zeittypischen Figur in einer Unzahl von Essays, Satiren und Polemiken. Brod war von 1929 bis 1939 Redakteur des Prager Tagblatts, auch das ist eine Hintergrundvoraussetzung seines rund 1500 Artikel umfassenden journalistischen Werkes. In Auswahlbänden wie Über die Schönheit häßlicher Bilder (1913) und Sternenhimmel (1923) ist nur ein Bruchteil davon eingegangen. Im vorliegenden Buch sind zudem Beispiele für das publizistische Werk Brods nach 1945 eingegangen, so der Essay über den historischen Roman aus der Neuen Rundschau des Jahrgangs 1956 und die Bemerkung über den Umgang mit Verlegern, die in seinem Todesjahr 1968 erschien, in der Zeitschrift Der Literat.

Berühmt geworden ist Max Brod schließlich auch durch seine Funktion als posthumer Herausgeber der Werke Franz Kafkas. Er war aber schon zu Lebzeiten dessen Impresario, und dies nicht zuletzt im Umgang mit den Zeitschriften und Zeitungen. Seinen eigenen Artikel »Flugwoche in Brescia«, der in diesem Band wieder abgedruckt ist, hatte Brod ursprünglich in der Neuen Rundschau in Berlin unterbringen wollen. Als deren Redakteur Oscar Bie die Publikation ablehnte, gab er ihn an die Münchner Halbmonatsschrift März. Zu dem »Wir« dieses reportageartigen Textes zählen neben dem »Ich« des Autors »Otto und Franz«, »die mit mir sind«, Max Brods Bruder Otto und Franz Kafka. Das Gegenüber zu Brods »Flugwoche in Brescia«, Kafkas »Die Aeroplane in Brescia«, erschien Ende September
in der Prager Tageszeitung Bohemia, der vernetzte Literat Brod, der mit dem für Literatur zuständigen Redakteur der Bohemia, Paul Wiegler, gut bekannt war, hatte den Abdruck vermittelt. Nicht ohne Grund hatte Brod die Idee, den Artikel Kafkas, als Pendant zu seiner »Flugwoche in Brescia« in seinen Auswahlband Über die Schönheit häßlicher Bilder aufzunehmen. Er hätte dort gut hineingepaßt, denn er gehörte zu der von der Nachwelt oft übersehenen Seite im Schreiben Kafkas, die dem Journalismus zugewandt war und auf die er zeitweilig seine Hoffnung gründete, nach Berlin gehen und dort eine publizistische Existenz aufbauen zu können. Ein Veto Kurt Wolffs, dem der Band ohnehin schon zu umfangreich war, verhinderte diese Parallelaktion. Sie hätte zum ersten vollständigen Abdruck von Kafkas Artikel geführt, in dessen Mittelpunkt nicht anders als in Brods Text das reportagehafte »Wir« und damit eine Konvention des zeitgenössischen Journalismus steht. Denn in der Bohemia waren Kafkas »Die Aeroplane in Brescia« mit erheblichen Kürzungen durch einen offenkundig erfahrenen Redakteur erschienen. Sie führten nicht dazu, daß Kafka den Text nicht mehr als den seinigen anerkannt hätte. Gegenüber Felice Bauer bezeichnete er die Druckfassung als »erträglich«.

Als Mitbringsel von einer Reise wie von seinem Stoff her und durch seine Publikationsgeschichte ist der Artikel »Flugwoche in Brescia« charakteristisch für den Literaten Max Brod. Er zeigt ihn als Netzwerker wie als Feuilletonisten, der sich auf die Artikel zur Ästhetik, Berichte aus dem Theater – und aus dem Kino, bis hin zur Schwelle zwischen Stummfilm und Tonfilm –, aus dem Musikleben und der literarischen Welt nicht beschränkt, sondern immer wieder Zeitereignisse, Moden, tech
nische Neuerungen etc. aufgreift und Plaudereien...


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