Ein inspirierender Roman, den ich als Testleserin bereits vorab lesen konnte, in den ich anfangs auch gut reingefunden habe, dann lange Zeit Schwierigkeiten hatte dranzubleiben, jedoch ab ca. der Hälfte des Buches unbedingt wissen wollte, wie es weitergehen und schließlich enden wird.
Warum war das so?
Ich habe mir lange diese Frage gestellt, denn ich finde die Geschichte & vor allem den Inhalt - auch zwischen den Zeilen - an sich gut und bin mir nicht sicher, ob man etwas hätte ändern können, um es von Anfang an bis zum Schluss flüssig spannend hätte halten können.
Ein Grund könnte sein, dass es zu Beginn extrem viel Drama gibt (bitte auf jeden Fall für das gesamte Buch die Triggerwarnung beachten!) und dann die Story fast vor sich hinplätschert (nicht negativ gemeint, denn es passt zur Geschichte), aber genau dieser Kontrast ist heftig, aber wahrscheinlich auch gewollt, um die andere Welt detaillierter darzustellen.
Ein weiterer Grund könnte sein, dass die Themen einen sehr zum Nachdenken bringen (können), so dass es manchmal etwas schwerer fällt weiterzulesen, wenn man normalerweise lieber leichte Kost liest. Man fängt an, sich Gedanken um das eigene Verhalten zu machen. Zusätzlich waren es zu meiner Lesezeit über 35 Grad und da war fast alles zu anstrengend
In der zweiten Hälfte wurde der Spannungsbogen mehr angezogen und das Ende war mir dann alles fast ein wenig zu schnell - Plottwist inklusive (falls man es so bezeichnen mag).
Ich kann das Buch trotz der vorangegangenen Kritik empfehlen, würde es auch nochmal lesen, aber es muss einem bewusst sein, dass es kein Buch zum schnell-mal-in-eine-Geschichte-abtauchen ist, sondern dass es Gedanken zum eigenen Verhalten, Medien/Social Media, Familie, Werte, Selbstbewusstsein etc. anstößt und dazu muss man bereit sein.