Reproduziert Klischees in der Intension sie brechen zu wollen.
Also bei Titel und Grundaussage "Glitzer ist für alle da!" kann ich erstmal voll mitgehen. Und ihr hoffentlich auch! Trotzdem gefällt mir die Umsatzung des Kinderbuches nicht, auch, wenn es gerade in traditionelleren Kindergärten vielleicht trotzdem eine Daseinsberechtigung hat. Paul und Tarek sind das, was viele wohl noch immer als "echte" Jungs bezeichnen würden: Konkurrenzkampf und Mitproben spielen in ihrer Freundschaft eine große Rolle. Mir ist schon klar, dass durch ihre klassische Rollenzuschreibung ihre Wandlung umso großer und bedeutungsvoller geschildert werden soll, ich finde es aber ungünstig, dass wir dafür diese Klischees immer und immer wieder um die Ohren gehauen bekommen. Sie finden eine Glitzerkrone, die sie eigentlich spannend finden, aber sich die Sehnsucht verwehren: Ist ja schließlich nichts für Jungs.Interessant finde ich, dass sie eigentlich keine Begründung kennen, warum das so ist. Deswegen fabulieren sie sich selbst etwas zusammen: Jungs würden zu Sternen werden, wenn sie mit Glitzer in Berührung kommen. Interessant erscheint es mir deswegen, weil es ja auch die absurdesten Vorstellungen gibt, dass Jungen so schwul werden könnten. Aber auch, wenn es am Ende als falsch gebrochen wird, bedient es auch hier eine Kausalität im Denken.Als die beiden Jungen dann endlich öffentlich Glitzersachen tragen, werden sie von der Gruppe ausgelacht. Das hört erst auf, als das Mädchen mit den Stöcken droht: "Wer lacht, kriegt Ärger!" Der anschließende Wandel, als dann alle beeindruckt sind, dass die Jungs vom Klettergerüst springen, scheint kein tiefergehender zu sein - immerhin ist es dann wieder der als zuvor "männlich" konotierte Mut, der die Bewunderung verursacht.