Zum Inhalt:
Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Vier Generationen, die beginnend ab 1908 eine Familiengeschichte mit dem Leser teilen. Aus dem bildungsbürgerlichen Hause in Dresden stammend erleben diese Frauen Liebe und Leid. Ihre Männer und Väter fallen in den Weltkriegen und hinterlassen ihre Frauen nicht immer gut versorgt zurück. Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter stehen zueinander, aber das Leben macht es ihnen nicht immer einfach. Sie lieben sich, aber es kommt auch zu Verletzungen, die sich seelisch wie ein roter Faden durch die Familie ziehen. Zu einem schlimmen Zerwürfnis kommt es, als Monika gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will.
Meine Meinung:
Erzählt wird diese Familiengeschichte von Miriam Carbe. Die Autorin selbst ist dieses Kind, das 1967 als Tochter von Monika und dem Nigerianer Akang geboren wurde.
Anhand der geführten Tagebücher ihrer Urgroßmutter, Großmutter und Mutter veranschaulicht die Autorin eine Lebensgeschichte über ein Jahrhundert hinweg, die nicht nur die historischen Gegebenheiten zum Ausdruck bringt, sondern auch die Hoffnungen und den Schmerz eindringlich und mitreißend erzählt. So wird Margarethe ihre Hochzeit mit dem jungen Leo Goldbaum aufgeben müssen. Marianne verliert ihren Liebhaber im 2. Weltkrieg und die hochintelligente Monika wird psychisch labil. Der Schreibstil vermittelte mir das Gefühl, dass ich diese Frauen in ihrem Leben wie eine konstante Freundin begleitet habe. Mit ihrer Schilderung über die einzelnen Frauen in ihrer Familie konnte mich die Autorin fesseln und hat mich selbst über meine Vorfahren sinnieren lassen.
Fazit:
Bemerkenswert Familiengeschichte, die mich gedanklich noch sehr beschäftigt hat.