Mit diesem Buch, dem ersten Band einer Trilogie, schlägt die Autorin Nadine Erdmann ein neues Kapitel in ihrer Totenbändiger-Saga auf, in der zwischen 2019 und 2022 insgesamt 24 Bände zunächst einzeln als E-Book erschienen sind und diese anschließend auch in einigen Sammelbänden zusammengefasst wurden. Die neue Trilogie ist nun 13 Jahre nach dem Ende dieser ersten Reihe angesiedelt.
Man kann das Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den bisherigen Bänden der Saga lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Ein Personenregister am Ende des Buches hilft zudem, die Erinnerungen wieder aufzufrischen und sich in den doch recht komplexen Familienstrukturen der Familie Hunt zurechtzufinden. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich zudem schon, die erste Reihe bereits zu kennen.
13 Jahre sind vergangen, seit die Familie Hunt und ihre Mitstreiter den Machenschaften ihres Erzfeindes Cornelius Carlton ein Ende gesetzt und die Umsetzung seines perfiden Planes verhindert haben. Doch die Gefahr durch Geister und andere Kreaturen ist noch lange nicht gebannt. Zudem befindet sich London nun in einem weiteren Unheiligen Jahr, in dem diese Gefahr besonders groß ist. So sind Gabriel Hunt und seine Spuk Squad im Dauereinsatz, um die Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten, Unterstützt wird er dabei von seinem Mann Matt und seinen Ghost Reapers. Leo und Toby, die Söhne von Gabriel und Matt, wissen zudem seit ein paar Jahren, dass sie, wie einst ihr Onkel Cam, einen Geminus in sich tragen und müssen nun mit diesem Wissen und seinen Konsequenzen umgehen. Und das fällt den beiden Teenagern nicht unbedingt leicht.
Nadine Erdmann gelingt es mit ihrem packenden Schreibstil mühelos an den Charme der alten Geschichten anzuknüpfen So hatte ich von Beginn an das Gefühl, meine letzte Begegnung mit den Hunts läge nicht knapp 4 Jahre, sondern erste wenige Tage zurück. Auch dieses Buch besticht durch eine atmosphärisch dichte Geschichte und ein hohes Erzähltempo. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die größtenteils bereits aus der ersten Reihe bekannt sind und in der Zwischenzeit ein wenig älter und vielleicht auch etwas reifer geworden sind. Die Neuzugänge fügen sich zudem perfekt in das sehr gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein und bereichern es sogar noch. So liefert auch dieses Buch die bewährte Mischung aus Spannung und innigen Momenten zwischen den Protagonisten, die reichlich Herzwärme verströmen.
Wer auf einen spannenden Genre-Mix aus Fantasy, Horror und Dystopie steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Die Messlatte für die weiteren Bände der Trilogie liegt gleich mächtig hoch.