Inhaltsangabe:Im bayrischen Schongau, die letzten Tage im April 1659: In dem Fluss Lech wird ein kleiner Junge gefunden, der jedoch gleich nach der Rettung an Land verstirbt. Auf der Schulter hat er ein sonderbares Zeichen tätowiert: Ein Kreis mit einem Kreuz nach unten ¿ dem Hexenzeichen!Der Junge hat sich mit einigen anderen Kindern immer wieder bei der Hebamme Martha Stechlin aufgehalten. Die Hebamme ist unverheiratet und kinderlos und freute sich stets über die Gesellschaft. Dies wird ihr allerdings nun zum Verhängnis, denn der Mob bezichtigt sie, den toten Jungen getötet zu haben.Gerade noch rechtzeitig kann der Henker Jakob Kuisl den Mob davon abhalten, die Hebamme aufzuknöpfen. Zu ihrer Sicherheit bringt er sie in den Kerker, denn er ist von ihrer Unschuld überzeugt. Jakob Kuisl ist nicht nur Henker, sondern auch ein heimlicher Heiler und dazu äußerst belesen. Und er untersucht den verstorbenen Jungen zusammen mit dem jungen Medicus Simon Fronwieser.Doch er bleibt nicht das einzige Kind, das einem Mörder zum Opfer fällt. Die Stadt ist in heller Aufruhr und bezichtigen die Hebamme, der Hexerei und mit dem Teufel im Bunde zu sein. Für den Henker und seinen jungen Freund, der es auch noch auf die Henkerstochter Magdalena abgesehen hat, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Gerichtsschreiber drängt auf drakonische Folter, um ein Geständnis aus der Hebamme zu entlocken.Mein Fazit:Der Autor Oliver Pötzsch hat mit diesem historischen Roman, der viele authentische Elemente enthält, einen Teil seiner Familiengeschichte niedergeschrieben. Henker Jakob Kuisl nebst Frau und Kinder sind geschichtlich belegt. Und die Hexenprozesse viele Jahre zuvor sind ebenfalls belegt und problemlos im Internet nachzulesen.Die Morde an den Kindern sowie die Figur des jungen Medicus Simon Fronwieser sind jedoch frei erfunden und der künstlerischen Freiheit des Autors zuzuschreiben. Dabei wurde eine düstere Atmosphäre der damaligen Zeit beschrieben. Der dreißigjährige Krieg war noch nicht lange vorbei und viele Landstriche waren durch Krieg und Krankheiten verwaist. Zwar ist Schongau durch den Lech eine reiche Stadt, aber die Standesunterschiede werden mehr als deutlich. Ein Henker ist ein unehrlicher Mann und die Tochter hat gefälligst ihresgleichen zu heiraten. Ein Medicus gehört nicht in diese Kategorie und eine Verbindung solcher Stände konnte verheerende Konsequenzen haben.Magdalena ist die älteste Tochter des Henkers und obwohl der Titel sie als Protagonistin suggeriert, ist sie es nicht. Zwar spielt sie eine gewisse Rolle bei der Aufklärung der Morde, jedoch nicht die Entscheidende. Die Aufklärung gelingt Jakob und Simon gleichermaßen, wobei sich das meiner Meinung ziemlich in die Länge zieht. Das eine oder andere hätte man durchaus kürzen können. Jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt kommt die Auflösung, geschah wieder eine überraschende Wendung. Ich hatte das Gefühl, der Autor konnte seine Geschichte einfach nicht loslassen.Fiction und Historie wurden ziemlich gekonnt miteinander verknüpft und der Autor hat eine düstere und beklemmende Atmosphäre geschaffen, die authentisch wirkt. Die Serie werde ich jedoch nicht weiterverfolgen.Vier Sterne und eine Empfehlung für Fans dieses Genre.