Bananenangst ist zusammenfassend ein sehr emotionales Buch, mit dem man versteht, was es für Betroffene bedeutet, an einer Essstörung erkrankt zu sein.Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass mich das Buch so sehr in den Bann zieht, dass ich immer wieder längere Pausen einlegen musste. Anfangs hat mich der Titel interessiert. Bananenangst.Angst vor Bananen? Ich liebe Bananen, warum sollte man davor Angst haben. Aber schon nach den ersten Seiten versteht man, warum es Personen gibt, die Angst davor haben, eine Banane zu essen.Die Autorin beschreibt sehr anschaulich den Alltag in der Klinik und den schweren Weg zurück zu einem normalen Essverhalten. Der Schreibstil ist bildhaft und sehr berührend. Neben der Protagonistin Scarlett lernt man auch andere Patienten mit unterschiedlichen Krankheiten kennen. Diese verschiedenen Personen, von denen man oft nur die halbe Lebensgeschichte kennt, haben mich sehr berührt. Sehr emotional waren verschiedene Rückblicke in die Kindheit von Scarlett. Mobbing, die Trennung der Eltern, verschiedene Glaubenssätze, die Scarlett seit ihrer Kindheit tief in sich verankert hat. Es hat mir auch wieder bewusst gemacht, wie sehr man mit seinen Worten verletzen kann und Sätze, die man einfach so dahinsagt, schwerwiegende Folgen haben können. Die Kinder, die Scarlett gemobbt haben, wissen als Erwachsene vermutlich nicht mehr, was sie getan haben. Aber Scarlett wird sich an viele der schmerzhaften Worte ihr Leben lang erinnern. Für mich ein absolutes Highlight, wenn auch keine einfache Lektüre. Aber ich bin sehr froh, dass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde.