Aus tiefstem Vergessen

Originaltitel: Du plus loin de l'oubli.
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Ein Mann sieht in der Metro eine Frau, die vor dreißig Jahren seine Jugendliebe war. Damals lebte Jacqueline mit einem anderen im Quartier Latin, schnüffelte Äther und träumte von Mallorca. Heute folgt ihr der Erzähler bis zu einer Party, auf der sie … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Aus tiefstem Vergessen
Autor/en: Patrick Modiano

EAN: 9783446248809
Format:  EPUB
Originaltitel: Du plus loin de l'oubli.
Übersetzt von Elisabeth Edl
Hanser, Carl GmbH + Co.

10. November 2014 - epub eBook - 160 Seiten

Beschreibung

Ein Mann sieht in der Metro eine Frau, die vor dreißig Jahren seine Jugendliebe war. Damals lebte Jacqueline mit einem anderen im Quartier Latin, schnüffelte Äther und träumte von Mallorca. Heute folgt ihr der Erzähler bis zu einer Party, auf der sie sich zunächst nicht zu erkennen gibt. Eine nostalgische Liebesgeschichte aus dem Paris und London der sechziger Jahre.

Leseprobe

An genau so einem Wintertag fuhr Van Bever zum ersten Mal allein nach Forges-les-Eaux, und Jacqueline blieb in Paris zurück. Wir überquerten die Seine, um Van Bever bis zur Metrostation Pont-Marie zu begleiten, denn er sollte seinen Zug an der Gare Saint-Lazare nehmen. Er sagte, daß er vielleicht auch das Kasino von Dieppe aufsuchen werde und mehr Geld als gewöhnlich verdienen wolle. Sein Fischgrätenmantel ist im Metroeingang verschwunden, und plötzlich standen wir alleine da, Jacqueline und ich.

Ich hatte sie immer zusammen mit Van Bever gesehen, ohne daß sich die Gelegenheit ergab, wirklich mit ihr zu sprechen. Im übrigen kam es vor, daß sie einen ganzen Abend lang kein einziges Wort sagte. Oder mitunter bat sie Van Bever auch in barschem Ton, ihr Zigaretten holen zu gehen, so als wolle sie ihn loswerden. Und mich auch. Doch mit der Zeit hatte ich mich an ihr Schweigen und ihr unwirsches Wesen gewöhnt.

An jenem Tag, als Van Bever die Stufen zur Metro hinunterstieg, dachte ich, daß sie es bereute, nicht wie üblich mit ihm weggefahren zu sein. Wir folgten dem Quai de lHôtel-de-Ville, anstatt ans linke Ufer zurückzukehren. Sie sprach nicht. Ich rechnete damit, daß sie sich jeden Augenblick von mir verabschieden würde. Doch nein. Sie ging weiter neben mir her.

Nebel hing über der Seine und den Quais. Jacqueline mußte es in dieser dünnen Lederjacke eiskalt sein. Wir liefen am Square de lArchevêché entlang, an der Spitze der Ile de la Cité, und sie wurde von einem Hustenanfall gepackt. Schließlich bekam sie wieder Luft. Ich sagte, sie müsse etwas Warmes trinken, und wir sind in das Café in der Rue Dante gegangen.

Es herrschte der gewohnte spätnachmittägliche Lärm. Zwei Gestalten standen am Flipper, aber Jacqueline hatte zum Spielen keine Lust. Ich bestellte ihr einen Grog, den sie mit einer Grimasse getrunken hat, als würde sie Gift schlucken. Ich sagte: Sie sollten nicht mit dieser Jacke hinausgehen. Seit wir uns kannte
n, schaffte ich es nicht, sie zu duzen, denn sie hielt mich irgendwie auf Distanz.

Wir saßen an einem Tisch ganz hinten, gleich neben dem Flipperautomaten. Sie beugte sich zu mir und sagte, daß sie Van Bever nicht begleitet habe, weil sie sich nicht besonders wohl fühle. Sie sprach ziemlich leise, und ich mußte mein Gesicht ganz nah an ihres halten. Wir berührten uns beinahe mit der Stirn. Sie hat mir etwas anvertraut: Sobald der Winter vorüber sei, hoffe sie, Paris zu verlassen. Um wohin zu gehen?

Nach Mallorca ...

Ich erinnerte mich an den Brief, den sie am Tag unserer ersten Begegnung eingeworfen hatte und auf dessen Umschlag Mallorca stand.

Aber es wäre besser, wenn wir schon morgen aufbrechen könnten ...

Sie war auf einmal sehr blaß. Einer unserer Nachbarn hatte sich mit dem Ellbogen auf den Rand unseres Tisches gestützt, so als würde er uns nicht sehen, und setzte das Gespräch mit seinem Gegenüber fort. Jacqueline hatte sich an das äußerste Ende der Sitzbank geflüchtet. Das Tacken des Flippers wirkte beklemmend auf mich.

Auch ich träumte davon fortzugehen, sobald der Schnee auf den Bürgersteigen geschmolzen war und ich meine alten Mokassins wieder anhatte.

Warum eigentlich bis zum Ende des Winters warten? habe ich sie gefragt.

Sie hat mich angelächelt.

Weil wir erst einmal Geld zusammensparen müssen.

Sie hat sich eine Zigarette angezündet, gehustet. Sie rauchte zuviel. Und immer die gleichen Zigaretten mit dem leicht schalen Geruch von hellem französischem Tabak.

Durch den Verkauf Ihrer Bücher werden wir uns kein Geld zusammensparen können.

Ich war glücklich darüber, daß sie wir gesagt hatte, so als wären wir, sie und ich, von nun an für die Zukunft miteinander verbunden.

Gérard wird bestimmt eine Menge Geld aus Forges-les-Eaux und Dieppe heimbringen, sagte ich zu ihr.

Sie hat mit den Schultern gezuckt.

Wir spielen nun schon seit sechs Monaten nach seinem S
ystem, aber das wirft nicht viel ab.

Dieses System um die neutrale Fünf schien sie nicht zu überzeugen.

Kennen Sie Gérard schon lange?

Ja ... Wir haben uns in Athis-Mons kennengelernt, in der Banlieue von Paris ...

Sie blickte mir gerade in die Augen, schweigend. Wahrscheinlich wollte sie mir klarmachen, daß es über dieses Thema nicht mehr zu sagen gab.

Sie kommen also aus Athis-Mons?

Ja.

Ich erinnerte mich gut an den Namen dieser Stadt, in der Nähe von Ablon, wo einer meiner Freunde wohnte. Er lieh sich das Auto seiner Eltern, und am Abend nahm er mich mit nach Orly. Wir besuchten regelmäßig das Kino und eine der Bars im Flughafen. Wir blieben bis spät in die Nacht, lauschten den Durchsagen über Ankunft und Abflug der Flugzeuge zu ihren fernen Bestimmungsorten, und wir schlenderten durch die große Halle. Wenn er mich dann nach Paris zurückfuhr, nahmen wir nicht die Autobahn, sondern machten einen Umweg über Villeneuve-le-Roi, Athis-Mons, andere kleine Städte der südlichen Banlieue ... Damals hätte ich Jacqueline über den Weg laufen können.

Sind Sie viel gereist?

Das war eine jener Fragen, die eine seichte Unterhaltung wieder in Schwung bringen sollen, und ich hatte sie mit gespielter Gleichgültigkeit ausgesprochen.

Nicht wirklich gereist, sagte sie. Aber jetzt, wenn wir ein bißchen Geld zusammenkriegen ...

Sie sprach noch leiser, als wolle sie mir ein Geheimnis anvertrauen. Und es war schwer, sie zu verstehen, wegen all dem Krach um uns herum. Ich beugte mich zu ihr, wieder berührten wir uns beinahe mit der Stirn.

Gérard und ich, wir haben einen Amerikaner kennengelernt, der Romane schreibt ... Er lebt auf Mallorca ... Er wird dort ein Haus für uns finden ... Ein Typ, den wir in der englischen Buchhandlung am Quai getroffen haben.

Ich ging oft dorthin. Die Buchhandlung bestand aus einem Gewirr von kleinen, ganz mit Büchern austapezierten Räumen, in die man sich zurückziehen k
onnte. Die Kunden kamen von weit her und machten hier Zwischenstation. Sie war bis spät in die Nacht hinein geöffnet. Ich hatte dort ein paar Romane aus der Reihe Tauchnitz erstanden, die ich versucht hatte weiterzuverkaufen. Bücherregale unter freiem Himmel mit Stühlen und sogar einem Kanapee. Es wirkte wie eine Caféterrasse. Von hier aus blickte man auf Notre-Dame. Doch kaum war man über die Schwelle getreten, hätte man sich in Amsterdam oder San Francisco glauben können.

Also war der Brief, den sie am Odéon eingeworfen hatte, an diesen Amerikaner, der Romane schrieb ... adressiert. Wie hieß er? Vielleicht hatte ich eines seiner Bücher gelesen ...

William McGivern ...

Nein, diesen McGivern kannte ich nicht. Sie hat sich eine neue Zigarette angezündet, gehustet. Sie war immer noch genauso blaß.

Wahrscheinlich habe ich mir eine Grippe geholt, sagte sie.

Sie sollten noch einen Grog trinken.

Nein, danke.

Sie sah plötzlich besorgt aus.

Ich hoffe, es klappt für Gérard ...

Ich auch ...

Ich bin immer unruhig, wenn Gérard nicht da ist ...

Sie hatte Gérard gesagt, indem sie die Silben auf sehr zärtliche Weise dehnte. Natürlich war sie hin und wieder unfreundlich zu ihm, doch auf der Straße hakte sie sich bei ihm ein, oder sie legte ihren Kopf auf seine Schulter, wenn wir an einem der Tische im Café Dante saßen. Eines Nachmittags, als ich an die Tür ihres Zimmers geklopft hatte, rief sie mich herein, und sie lagen beide in einem der schmalen Betten, in dem am Fenster.

Ich kann ohne Gérard nicht leben ...

Dieser Satz war ihr entschlüpft, so als spräche sie mit sich selbst und hätte meine Gegenwart vergessen. Ich war mit einemmal überflüssig. Vielleicht war es besser, sie allein zu lassen. Und als ich gerade nach einem Vorwand suchte, um mich zu verabschieden, fiel ihr Blick auf mich, ein zunächst abwesender Blick. Dann hat sie mich schließlich doch wahrgenommen.

Ich war es, der d
as Schweigen brach:

Und Ihre Grippe, geht es Ihnen besser?

Ich müßte irgendwo Aspirin auftreiben. Kennen Sie eine Apotheke in der Gegend hier?

Im Grunde hatte meine Rolle bisher darin bestanden, ihnen die nächstgelegenen Postämter oder Apotheken zu zeigen.

Es gab eine in der Nähe meines Hotels, am Boulevard Saint-Germain. Sie kaufte nicht nur Aspirin, sondern auch ein Fläschchen Äther. Wir sind noch eine Weile nebeneinander hergegangen, bis zur Ecke der Rue des Bernardins. Vor dem Eingang meines Hotels blieb sie stehen.

Wir können uns zum Abendessen treffen, wenn Sie wollen.

Sie hat mir die Hand gedrückt. Hat mich angelächelt. Ich mußte mich beherrschen, um sie nicht zu bitten, bei ihr bleiben zu dürfen.

Holen Sie mich gegen sieben Uhr ab, sagte sie.

Dann ist sie um die Straßenecke gebogen. Ich konnte nicht anders, als ihr nachzublicken, während sie sich in Richtung Quai entfernte, in ihrer für den Winter so wenig geeigneten Lederjacke. Sie hatte die Hände in den Taschen vergraben.

Ich blieb den ganzen Nachmittag über in meinem Zimmer. Es wurde nicht mehr geheizt, und ich hatte mich auf das Bett gelegt, ohne meinen Mantel auszuziehen. Von Zeit zu Zeit verfiel ich in Halbschlaf, oder ich starrte auf einen Punkt an der Decke und dachte an Jacqueline und Gérard Van Bever.

War sie in ihr Hotel zurückgegangen? Oder hatte sie eine Verabredung, irgendwo in Paris? Ich erinnerte mich an einen...


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