Eine einzige schlaflose Nacht, in der ein Mann über seine Vergangenheit nachdenkt und eine Geschichte erfindet, in der er selbst vorkommt.
August Brill liegt im Dunkeln in seinem Bett, im Haus seiner Tochter und kann nicht schlafen. Der ehemalige Literaturkritiker erzählt sich dann selbst Geschichten. Gerade ist es die Geschichte von Owen Brick, der in einer ihm unbekannten Uniform steckt und in einer Grube aufwacht, die er aus eigener Kraft nicht verlassen kann. Im Laufe der Nacht wird die Geschichte Stückchen für Stückchen weitererzählt. Brill denkt aber auch über sein Leben nach und läßt uns durch Fragmente an seiner Vergangenheit teilhaben, in der seine verstorbene Frau Sonia eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Geschichte in der Geschichte, die des ahnungslosen Owen Brick, trägt zunächst kafkaeske Züge, entwickelt sich dann aber zu einer "Auster-Geschichte", in der sich Fiktion und Romanhandlung vermischen. Das hat mich an den postmodernen Roman wie z.B. in der New York-Trilogie erinnert. Typisch für Auster ist der Protagonist, der etwas mit Literatur zu tun hat oder die Autorenfigur, die aus der Handlung heraustritt.Die Rahmenhandlung um Brill ist übersichtlich: Ein 72jähriger kranker Mann wohnt im Haus der getrennt lebenden Tochter, die außerdem die eigene Tochter aufgenommen hat, die sich die Schuld am Tod ihres Freundes gibt. Das Spannende ist die Kombination mit der Fantasiegeschichte und den Erinnerungen. Das allumspannende Thema ist Krieg. In der Fantasiegeschichte ist es ein amerikanischer Bürgerkrieg, der jedoch beendet werden kann, wenn Brick einen Mord begeht.Mich hat der Roman fasziniert und ich habe ihn gerne gelesen. Ein schmales Buch von 220 Seiten - großzügig gedruckt - , das ich jedem Auster-Fan empfehlen kann.