Parallelwelten ¿ Wahrheiten ¿ Schicksale
Es gibt nicht die eine Welt, schon gar nicht gibt es die eine Wahrheit und über allem herrscht der zyklische Fortgang der Geschichte, durcheinandergerüttelt von Zufällen, die weder zu beeinflussen noch zu planen sind. Oder doch alles nur ein individuelles Konstrukt, mit dem sich jeder seine individuelle Welt zusammenbastelt?Diese zeitlosen wie elementarten Fragen des Lebens ergeben sich aus den Gesprächen eines 72-jährigen Mannes mit seiner 23-jährigen Enkeltochter - oder mit sich selbst, indem er Geschichten konstruiert, die ihm dabei helfen sollen den Weltenzauber greifbarer zu machen. Initiiert durch einen Unfall, der ihn mehr oder weniger immobil hat werden lassen und sie sie nach dem Tod ihres Geliebten (und daher mit sich und seiner Umwelt hadernd), haltlos geworden, versuchen sich gegenseitig zu stützen, und in ihren Gesprächen (begleitet von zahlreichen, zum Teil besprochenen Filmen) wie auch gegenseitiger Nähe eine Lösung aus den Dilemmata des Lebens zu finden. Das ist allerdings bereits der zweite Teil der Erzählung.Im ersten Teil geht es um die Möglichkeit, sich unter Zuhilfenahme einer abstrusen Geschichte in eine andere Welt zu befördern (sich umbringen zu lassen). Müde geworden und durch den Unfall gehandicapt ("Allein im Dunkel") wird eine fiktive Welt (Amerika erneut im Bürgerkrieg) konstruiert, die in die reale Welt hineinragt und dadurch Fragen ermöglicht, die unter die Haut gehen und die in der zentralen Frage, wie sie bereits der italienische Philosoph Giordano Bruns formuliert hatte, münden: Gibt es nicht nur die eine, sondern gibt es gleich mehrere Welten? Und wenn die verschiedenen Welten in je unterschiedlichen Köpfen konstruiert werden, so kann man auch Herr über den Fortgang der eigenen Geschichte (in der eigenen Welt) sein. So weit, so tröstlich.