Eine solide Fantasy mit Fokus auf die Liebesgeschichte und einigen Schwächen.
Phönixfeuerkonnte mich leider nicht ganz so überzeugen, wie ich es mir erhofft hatte. Dabei bringt das Buch durchaus einige Stärken mit. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und leicht zu lesen, sodass ich grundsätzlich gut durch die Geschichte gekommen bin. Auch die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr und die Grundidee der Handlung hat definitiv Potenzial.Für mich lag der Fokus jedoch sehr stark auf der Liebesgeschichte, während andere Aspekte der Welt etwas zu kurz kamen. Zwar werden verschiedene Reiche, Wesen, Kräfte und politische Strukturen angesprochen, allerdings oft nur oberflächlich. Immer wieder wurden interessante Informationen oder spannende Ansätze angedeutet, ohne wirklich vertieft zu werden. Gerade das Worldbuilding hätte für meinen Geschmack deutlich mehr Raum vertragen können.Auch bei der Spannung hatte ich leider einige Schwierigkeiten. Mehrfach gab es Situationen, in denen ich das Gefühl hatte, dass die Handlung nun richtig Fahrt aufnimmt, nur damit die Szene abrupt endet oder zu einem späteren Zeitpunkt gesprungen wird. Dadurch blieb für mich vieles hinter seinem Potenzial zurück und die Geschichte konnte mich über weite Strecken nicht vollständig fesseln.Hinzu kamen einige Wiederholungen, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Das hat meinen Lesefluss zwar nicht zerstört, fiel mit der Zeit aber zunehmend auf.Mit den Hauptfiguren bin ich leider ebenfalls nicht richtig warm geworden. Elyria ist grundsätzlich eine sympathische Protagonistin und macht eine nachvollziehbare Entwicklung durch, wirkte auf mich stellenweise jedoch etwas zu naiv. Noch schwerer fiel mir der Zugang zu Vaelion. Seine starke Besitzergreifung gegenüber Elyria stand mir persönlich zu sehr im Vordergrund und machte ihn für mich nicht immer greifbar oder sympathisch. Dadurch konnte mich auch die Liebesgeschichte nicht wirklich erreichen. Sie entwickelte sich für mein Empfinden zu schnell und fühlte sich nicht immer authentisch an.Umso mehr mochte ich einige der Nebencharaktere, die für mich teilweise sogar interessanter wirkten als die Hauptfiguren. Hier hätte ich mir stellenweise sogar noch etwas mehr Raum gewünscht.Das Ende zieht das Tempo noch einmal an und beantwortet einige Fragen, während gleichzeitig neue Geheimnisse und Konflikte für den nächsten Band vorbereitet werden. Wer die Charaktere und die Liebesgeschichte ins Herz geschlossen hat, wird sicherlich neugierig auf die Fortsetzung sein.Für mich war Phönixfeuer letztlich ein solides Buch mit guten Ansätzen und einer interessanten Grundidee, das sein Potenzial jedoch nicht vollständig ausschöpfen konnte. Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass viele Leserinnen und Leser deutlich mehr Freude daran haben werden als ich.