Eine Liebesgeschichte mit unterhaltendem Plot und viel Tiefgang
Die Geschichte reißt einen direkt mit. Emilys Schicksal geht einem ans Herz, man fühlt und leidet mit ihr. Sie ist eine liebenswerte, sympathische Protagonistin, deren Leben man gerne verfolgen will. Und ebenso schnell schließt man Blake ins Herz. Ihre herzliche, offene, lebensfrohe Art steckt förmlich an.Die Grundidee des Buchs ist simpel, aber effektiv. Eine Bucketliste für den perfekten Sommer.Auf viele Arten ideal. Es strukturiert die Geschichte automatisch, schafft einen roten Faden. Man weiß direkt, wohin die Geschichte führen soll, aber ohne dass die komplette Handlung vorweggenommen wird. Denn jeder Punkt der Liste hält Überraschungen bereit oder leistet einen ganz individuellen Beitrag für die Entwicklung von Emily und ihrer Beziehung zu Blake.Gleichzeitig ist es eine gute Grundlage, um Emilys Beziehung zu ihrer Mutter greifbar zu machen. Die Erinnerungen, die sie wieder aufleben lässt, die ihr helfen, den Schmerz zu verarbeiten, bewegen und lösen vielerlei Emotionen beim Lesen aus. Trauer und Verlust sind schwere Themen, trotzdem gelingt es Lippincott Leichtigkeit und Freude in die Geschichte einzubauen. Trauer verläuft nicht geradlinig und das ist hier wunderbar ausgearbeitet. Die Art, wie das Thema Trauer hier aufgegriffen wird, ist sensibel, roh und echt. Es ist ein großer Teil von Emilys Identität und wird es immer bleiben. Ich finde es schön, wie die Liebe hier nicht als Wunderheilmittel genutzt wird sondern als Ergänzung. Beides kann und darf koexistieren. Man darf einen geliebten Menschen vermissen und um ihn trauern und gleichzeitig Liebe zulassen und Spaß haben.Es ist schön, Emilys Weg zu sich selbst zu verfolgen. Wie sie lernt, ihre Sexualität zu akzeptieren, sie zuzulassen und es schafft, Frieden zu schließen mit all dem Ungesagten mit ihrer Mutter.Ihre Freundschaft zu Blake ist ein schöner, warmer Kontrast und sorgt für unbeschwerte Momente. Ihre Interaktionen zaubern einem immer ein Lächeln ins Gesicht und der Übergang von Freundschaft zu romantischen Gefühlen verläuft ganz natürlich. Ihre Chemie lässt sich nicht abstreiten. Sie haben eine lockere Dynamik und bieten einander gleichzeitig den Raum, sich zu öffnen. Ich hätte mir bloß gewünscht, dass die Beziehung zu ihrem Vater noch etwas mehr ausgearbeitet gewesen wäre. Er ist so ein wichtiger Teil ihres Lebens und ihre Beziehung stand so sehr im Fokus, dagegen kam ihre Versöhnung, der Moment, in dem sie endlich offen gesprochen haben über alles, was sie beschäftigt, etwas zu kurz.Das trübt das Leseerlebnis aber kaum. Insgesamt ist die Geschichte absolut gelungen. Ein tolles queeres Buch, das es schafft Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit zu vereinen.