Fesselnde Weiterführung, die (auch ohne den 1. Teil zu kennen) schlüssig und tiefgründig ist
In dem Buch "Das Flüstern seiner Gnade" begleiten wir Rosalyn Mandeville, die aus gutem Hause stammt und vor einer arrangierten Ehe flieht, um in London Gott zu dienen. Ihr tiefes Vertrauen in Gott ist durchgehend spürbar, gleichzeitig bekommt man einen sensiblen Einblick in ihre Zweifel und Bedenken. Auch wenn Aufgeben für sie eigentlich keine Option ist, fiebert man mit, wie sie den Herausforderungen begegnet. Besonders gefallen hat mir, wie sich das Erleben von Gottes Gnade durch die unterschiedlichsten Bereiche ihres Lebens und ihrer Aufgaben zieht.Schon auf ihrer Flucht zum Waisenhaus in London wird sie mit den Lebensumständen der Ärmsten der Armen konfrontiert. Mutig stellt sie sich dieser neuen Realität und begibt sich auf eine innere Reise, um den Menschen dort wirklich zu begegnen. Ihre inneren Kämpfe sind gut nachfühlbar: Eine hübsche, elegante Frau mit Manieren und Etikette trifft auf Gestank, eintöniges Essen und das Leid der Waisenkinder. Und doch weiß sie sich berufen zu helfen. Sie geht die Extrameile und engagiert sich mit ganzem Herzen für die Kinder.Gleichzeitig bleibt ihre Verbindung zur Familie präsent. Wird sie sie suchen und finden? Was steckt hinter der Geschichte ihrer Tante? Und wie wird sich ihre Beziehung zu dem charismatischen Vikar entwickeln, durch den sie überhaupt erst zu ihrem lebendigen Glauben und dem Ruf nach London gekommen ist? Ist Gottes Gnade groß genug, dass Vergebung möglich ist?Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und auch schon privat weiterempfohlen. Es fiel mir leicht, mich in Rosalyns Gedanken und Gefühle hineinzuversetzen. Besonders mochte ich den ehrlichen Tiefgang und ihre Gespräche mit Gott. Auch ohne den ersten Teil zu kennen, war die Geschichte für mich schlüssig.