Die Dialoge und Marlowes trockene Art haben mich bestens unterhalten. Beim verwickelten Fall musste ich gelegentlich zurückblättern.
Marlowe hat mich schnell auf seiner Seite gehabt. Er lässt sich weder vom Geld noch von einem hübschen Auftritt besonders beeindrucken und hat oft genau die Antwort parat, die mir selbst erst eine Stunde später einfallen würde. Das allein hätte mich schon eine ganze Weile bei Laune gehalten.Die Gespräche sind für mich das Beste an diesem Buch. Jeder versucht, etwas zu verbergen, und trotzdem verraten die Leute dauernd mehr, als sie möchten. Ich mochte dieses Abtasten und die spitzen Bemerkungen. Dazu passt die Stadt, in der selbst ein scheinbar respektables Haus nicht unbedingt ein angenehmer Arbeitsplatz für einen Ermittler ist.Beim Fall musste ich allerdings mitarbeiten. Namen, Verbindungen, neue Informationen: Zwischendurch habe ich zurückgeblättert, um noch einmal zu sortieren, wer mit wem welche Rechnung offen hat. Aber: Ich mag verwickelte Krimis, auch wenn sich dieses Buch nicht so bequem liest wie ein Fall, bei dem man einfach eine überschaubare Gästeliste durchgeht.Auch manche Bemerkungen über Frauen und einzelne Nebenfiguren sind deutlich gealtert. Ich konnte den Roman trotzdem genießen, habe aber nicht jeden lockeren Spruch ebenso locker überlesen. Marlowes Blick gehört sehr zu diesem Buch; sympathisch ist mir daran nicht alles.Vier Sterne sind es für mich geworden. Ich bin weniger wegen einer makellosen Auflösung als wegen Marlowe und dieser etwas schmutzigen, sehr lebendigen Atmosphäre drangeblieben.