Sie saßen sich am Tisch gegenüber und er schob das Buch bis zur Mitte. Seine Hand blieb auf dem Umschlag liegen, obwohl es keinen ersichtlichen Grund dafür gab. Sie griff nach dem Buch und streifte dabei seine Hand. Berührungen waren etwas Alltägliches und es hätte Zufall sein können. Doch diese nicht. Ihre Finger glitten sanft über seinen Handrücken. Sie sah ihn dabei an, ohne eine Regung zu zeigen. Er erstarrte wie das Kaninchen unter dem Blick der Schlange, nur dass in seinem Blick Erwartung lag. Sie zog das Buch unter seiner Hand hervor und steckte es in ihre Tasche, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen. Die ganze Zeit über war kein Wort gefallen. Mit einem Lächeln löste sie den Bann, unter dem er stand. Die Spannung verflog augenblicklich, doch er hätte schwören können, ein Knistern zu hören. Henrik Tillmann lernt das Leben kennen, facettenreich und ungeschminkt: während der Armeezeit, beim Studium und danach.