Kriminalromane stehen gelegentlich mit der Realität oder auch der Logik etwas auf Kriegsfuß. Bei Roland Sprangers neustem Buch ist das nicht anders, aber auf eine ganz eigenartige Weise. Es gehört nicht viel dazu, um den Überschwang bereits im Ansatz der Geschichte zu erkennen: Eine aus zwei Ermittlern bestehende Privatdetektei soll im Auftrag einer Versicherung in letzter Zeit seltsam vielen vom Blitz getroffenen Menschen nachstellen, um eventuelle Betrügereien aufzudecken.Auf die Idee, eine persönliche Bekanntschaft mit einem Blitz zu simulieren, muss man erst einmal kommen. Und weil einem das schon beim Lesen komisch vorkommt, geht man innerlich in Habacht-Stellung und hofft zu ergründen, um welche Art von Verwirrspiel es sich hier eigentlich handelt. Doch so leicht macht es einem der Autor nicht. Er baut in die ohnehin schon merkwürdige Handlung auch noch einen handgreiflichen Typen ein, der immer genau weiß, was die Detektive vorhaben und ihnen dabei in die Quere kommt.Das Buch lebt fast bis zum Schluss von dieser eigenartigen Konstellation, bei der man nicht so recht weiß, um was es eigentlich geht. Und selbst nach dem man endlich aufgeklärt wurde, bleibt die Frage, ob Spranger das Ganze nun ernst gemeint hat oder nicht. Wenn er seine Leser nur unterhalten wollte, dann gelingt ihm das ganz gut, auch wenn man seine Geschichte von Anfang an als eher komisch und konstruiert angesehen hat. Oder vielleicht gerade deswegen.