Für mich absolut kein Vergleich zu ¿Liebeskind¿. Es war mir zu unrealistisch und zu verwirrend. Trotzdem ein toller Schreibstil.
Nachdem mich "Liebeskind" damals so begeistert und richtig gepackt hatte, war für mich klar: Von Romy Hausmann möchte ich unbedingt mehr lesen. Also habe ich mir direkt weitere Bücher von ihr gekauft. "Marta schläft" lag dann zwar eine ganze Weile auf meinem Stapel ungelesener Bücher, aber als ich endlich danach gegriffen habe, war meine Vorfreude groß - der Klappentext klang einfach zu vielversprechend. Umso enttäuschter war ich am Ende, dass mich die Geschichte emotional nicht so erreicht hat, wie ich es mir erhofft hatte. Gegen Realitätsferne, ungewöhnliche Erzählstrukturen, verschiedene Zeitebenen und Perspektivwechsel habe ich bei Thrillern eigentlich gar nichts einzuwenden, im Gegenteil - aber hier fühlte es sich für mich irgendwann eher anstrengend als spannend an.Über weite Strecken war ich eher ratlos als gefesselt. Ich habe immer wieder versucht, Zusammenhänge herzustellen, Hinweise einzuordnen und den roten Faden zu finden - aber vieles blieb für mich lange Zeit unklar und schwer greifbar.Natürlich dürfen Figuren in einem Psychothriller seltsam, widersprüchlich oder auch unangenehm sein. Genau das kann ja den Reiz ausmachen. In diesem Fall hatte ich aber das Gefühl, dass fast niemand wirklich nachvollziehbar handelt. Nicht nur die potenziell verdächtigen Personen wirkten merkwürdig, sondern beinahe alle Beteiligten. Laura, Nadja, Gero und auch viele Nebenfiguren blieben mir dadurch fremd, obwohl ich mir gewünscht hätte, stärker mit ihnen mitzufühlen oder zumindest ihre Entscheidungen besser verstehen zu können.Genau das hat mich beim Lesen zunehmend frustriert. Mir fehlte diese Verbindung zu den Figuren, dieses Mitfiebern, das Gefühl, unbedingt wissen zu müssen, was mit ihnen passiert.Was mich trotzdem weiterlesen ließ, war vor allem die Neugier: Ich wollte wissen, ob meine Vermutungen zu den Tathergängen stimmen würden und wie sich am Ende alles auflöst.Deshalb vergebe ich am Ende 3 Sterne. "Marta schläft" hatte für mich durchaus spannende Momente, und ein Teil des Endes konnte mich tatsächlich überraschen. Außerdem mag ich Romy Hausmanns extrem ungewöhnlichen Schreibstil nach wie vor sehr gern. Trotzdem bleibt bei mir eher das Gefühl zurück, dass dieses Buch mich nicht richtig abholen konnte. Schade - denn nach "Liebeskind" hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Ich bin aber trotzdem gespannt auf "Perfect Day" und "Himmelerdenblau" und hoffe sehr, dass mich diese beiden Bücher wieder stärker packen werden.