Das Leben meint es nicht besonders gut mit Laia. Sie ist eine Kundige, ihr Volk wird unterdrückt und ermordet. Als ihr Bruder gefangen genommen und ihre restliche Familie hingerichtet wird, bleibt sie allein zurück. Ihre einzige Hoffnung: Der Widerstand. Um ihren Bruder zu retten, geht sie bis zum Äußersten und wird als Sklavin in ein grausames Militärlager geschickt, um die Kommandantin auszuspionieren. Und während Laia einem zweifelnden Soldaten begegnet und ums bloße Überleben kämpft, kommt sie einer Verschwörung auf die Spur, die über die Zukunft des gesamten Imperiums entscheiden wird... Die "An Ember in the Ashes"-Reihe gilt als eine der erfolgreichsten Young Adult Fantasy-Reihen aller Zeiten und wenn man die ersten paar Seiten des ersten Bandes liest, versteht man auch, warum. Die Autorin hat einen wunderbar flüssigen, mitreißenden Schreibstil, der den Leser sofort in die Geschichte eintauchen lässt. Dazu kommt die faszinierende Welt, die sie entworfen hat, voller Einflüsse aus der orientalischen Mythologie, gemischt mit der Geschichte brutaler Eroberungen des Römischen Reiches. Die Geschichte spielt in einer Wüstenstadt und erzählt von alten Geschichten voller Dschinn und Geister, die hoffentlich in späteren Bänden noch etwas mehr in Aktion treten werden. Außerdem ist es eine Geschichte von Unterdrückung und Widerstand, aber auch eine, die den Leser eindrücklich daran erinnert, dass jede Geschichte zwei Seiten hat und es meistens keine einfache Ja-Nein Antwort gibt, sondern viele Abstufungen dazwischen. Das alles wird gemischt mit viel Spannung und Intrigen und ein bisschen Romantik, die auf den Seiten dieses Buches aber nicht fehlplatziert wirkt, sondern sich gut in die Haupthandlung einfügt. Was als halsbrecherische Aktion, Laias Bruder zu retten, beginnt, entwickelt sich zu einer Geschichte, die das Schicksal eines ganzen Imperiums umfasst, und der erste Teil der Reihe hat gerade mal die Steine ins Rollen gebracht, man darf also gespannt sein, was noch folgt. Mit anderen Worten: "An Ember in the Ashes" ist ein vielversprechender und vielseitiger Auftakt, der Hoffnung auf mehr fesselnde Wendungen und aktive Nutzung der orientalischen Wüstenmärchen in den nächsten Bänden macht, eine Geschichte, bei der für jeden Leser etwas dabei sein sollte, wenn man damit klarkommt, dass das Buch manchmal auf realistische Weise recht brutal sein kann - oder eben einfach ehrlich.