Eine spannende und unterhaltsame Geschichte, aber leider haben mir andere Bücher der Autorin besser gefallen.
Inhalt:Elise, die Ehefrau des einflussreichen Richters Laird, bittet den Polizisten Duncan Hatcher um Hilfe. Elise ist überzeugt, dass ihr Ehemann ihr nach dem Leben trachtet, aber Duncan hat zunächst erhebliche Zweifel an dieser Darstellung und weiß nicht, ob er Elise trauen kann. Die Situation wird für Duncan noch komplizierter als er Gefühle für Elise entwickelt und der Fall somit persönlich wird. Als Elise dann unter mysteriösen verschwindet und zudem berechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit und Rechtschaffenheit des Richters aufkommen stellt sich die Frage, ob Duncan Elise noch retten kann oder ob jede Hilfe zu spät kommt...Meine Meinung:Eines vorweg: Ich habe schon mehrere Bücher von Sandra Brown gelesen. Zwar sind nicht alle ihre Bücher gleich gut, aber unterhaltsam und kurzweilig sind sie eigentlich immer, weil meist eine gute Kombination aus einer Thriller-/Krimihandlung und einer Liebesgeschichte geboten wird.Die vorliegende Geschichte nimmt schnell Fahrt auf. Es wird einem gleich zu Beginn ein äußerst skrupelloser und gerissener Verbrecher präsentiert, der dem Polizisten Duncan zusetzt indem er äußerst provokant auftritt. Außerdem greift er zu erschreckenden Methoden um Duncan einzuschüchtern und so ist bereits nach wenigen Seiten Spannung gegeben. Die Handlung, die sich im Folgenden entfaltet bietet einige sehr überraschende und unerwartete Wendungen. Zeugenaussagen widersprechen sich, sodass lange Zeit unklar ist, wer nun eigentlich die Wahrheit spricht und wer lügt. Man wird damit überrascht, dass zwischen bestimmten Personen ungeahnte Verbindungen bestehen, obwohl man bislang dachte diese würden sich noch nicht einmal oberflächlich kennen. Manche Leute verschwinden freiwillig während wieder andere unfreiwillig verschwinden. Manche von diesen Vermissten tauchen später lebend wieder lebend auf, während andere ermordet aufgefunden werden oder ihr Schicksal zunächst ungeklärt bleibt. Zudem werden Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Verbrechen aufgedeckt und es kommt heraus, dass manche Personen Geheimnisse verbergen, die weit in die Vergangenheit zurückführen. Man kann sich gut in den Protagonist Duncan hineinversetzten. Er ist ein engagierter Polizist hinter dessen rauer Schale sich ein gutes Herz verbirgt. Duncan kämpft für das Gute und tut alles dafür, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird. Mit Vorschriften nimmt er es nicht immer so genau. Wenn es die Umstände erfordern ist er auch bereit Vorschriften und Gesetze ein wenig zu beugen bzw. zu verletzten und er schreckt nicht davor zurück zu unkonventionellen Maßnahmen zu greifen um seine Ziele zu erreichen. Das macht ihn zu einem interessanten Charakter und trägt ebenfalls dazu bei, dass die Geschichte abwechslungsreich, spannend und interessant bleibt.Auch die Nebenfiguren werden gut charakterisiert. Duncans Arbeitskollegin DeeDee ist einem schnell sympathisch. Sie ist klug, loyal, hält zu Duncan und ist diesem eine gute Freundin. Zugleich sagt DeeDee ihm aber auch klipp und klar ihre Meinung, wenn sie den Eindruck hat, dass er im Begriff ist einen Fehler zu machen. Die Verbrecher sind skrupellos, gerissen und verstehen es die Polizei an der Nase herumzuführen. Sie geben interessante Gegenspieler und man wünscht es Duncan sehr, dass es ihm gelingt diese Verbrecher zu überführen. Schließlich ich noch Elise zu erwähnen, die die Geschichte ebenfalls bereichert. Sie tritt im Rahmen der Ermittlungen sowohl als Verdächtige als auch als Zeugin in Erscheinung und ist zunächst schwer einzuschätzen. Es ist interessant zu verfolgen wie sehr Duncan hin- und hergerissen ist. Es fällt ihm schwer zu beurteilen, ob Elise es ernst mit ihm meint oder ihn nur benutzt und ihn belügt.Der Showdown am Ende des Buches ist spannend, actionreich und es gibt ein Happy End. Es ist jedoch etwas zu schön um wahr zu sein mit welch einfachen Mitteln sich die Verbrecher letztendlich überlisten lassen und von der Polizei überführt werden können. Es ist den gerissenen und stets vorsichtig agierenden Verbrechern zuvor immerhin jahrelang gelungen die Polizei auszutricksen und Gerichtsverhandlungen platzen zu lassen.Warum vergebe ich trotzdem nur 3 Bewertungssterne?Leider weist die Liebesgeschichte, die ein wichtiger Bestandteil der Handlung ist, einige Schwächen auf. Duncan und Elise verbringen recht schnell eine Nacht miteinander und beide haben hierfür fragwürdige Gründe, die alles andere als romantisch sind: Elise will Duncan verführen um ihn auf ihre Seite ziehen und ihn von der Schuld ihres Ehemanns zu überzeugen. Das ist mir etwas zu plump und ich verstehe nicht wie Elise ernsthaft glauben kann, dass ein Polizist sich so einfach manipulieren lässt. Duncan wiederum weiß, dass Elise verzweifelt ist und bloß versucht ihn zu manipulieren. Er lässt sich aber bereitwillig ausnutzen, weil er Elise attraktiv findet und er sich dadurch an ihrem Ehemann rächen kann. Trotzdem genügt schon diese eine gemeinsame Nacht um sowohl bei Elise als auch bei Duncan relativ starke Gefühle zu wecken. Es ist im weiteren Verlauf der Geschichte viel zu schnell die Rede von großer Liebe und sogar von einer gemeinsamen Zukunft. Das wirkt zu überstürzt und es kam mir beim Lesen zu kitschig und unglaubwürdig vor.Duncan verstößt zu oft gegen Vorschriften und Gesetze und das hat so gut wie keine Folgen für ihn. Er begeht mehrfach Tätlichkeiten, leitet die polizeilich Ermittlungen trotz persönlicher Befangenheit, entführt jemanden (immerhin nur kurzzeitig) und hält zeitweise Informationen zurück, die für laufende Ermittlungen relevant sind. Es ist zudem störend, dass Duncan ohne lange darüber nachzudenken eine Affäre mit der Verdächtigen/Zeugin seiner Ermittlungen beginnt. Ihm muss doch klar sein wie sehr er dadurch die Ermittlungen und seinen Job bei der Polizei gefährdet. Dieses Risiko geht er für eine Frau ein mit der er zuvor kaum gesprochen hat, die er eigentlich so gut wie überhaupt nicht kennt, der er misstraut und die er sogar ein zunächst ein wenig verachtet hat. Trotz dieser Menge an Verfehlungen wird aber immer wieder betont was für ein guter Polizist Duncan ist und wie sehr er sonst eigentlich immer seinen Prinzipien treu bleibt.Darüber hinaus gibt es noch ein paar Details, die ich nicht ganz überzeugend finde. Es wird beispielsweise eine Leiche aufgefunden, die so lange im Wasser gelegen hat, dass das Gesicht völlig unkenntlich geworden ist. Trotz des schlechten Zustands der Leiche ist dann aber ausgerechnet diejenige Hautstelle unversehrt an der sich ein markantes Muttermal befindet. Um ganz sicher zu gehen soll dann noch ein Abgleich mit den zahnärztlichen Röntgenbildern einer Vermissten vorgenommen werden. Dazu wendet sich die Polizei nicht etwa an den Zahnarzt, sondern an den Ehemann der Vermissten und dieser hat die betreffenden Röntgenbilder natürlich sofort parat und die Polizei verlässt sich darauf, dass es die richtigen sind. Ein weiterer wenig glaubwürdiger Punkt ist die Tatsache, dass es einer normalen Person ohne entsprechende Verbindungen spielend leicht gelingt sich sowohl Zugang zur sogenannte feinen Gesellschaft als auch zur Verbrecherwelt zu verschaffen und sich dort an bestimmte Personen heranzumachen und deren nähere Bekanntschaft zu machen.Fazit:Das Buch ist unterhaltsam, spannend und kurzweilig. Allerdings muss man über einige unglaubwürdige und übertrieben wirkende Handlungsteile hinwegsehen. Ich habe es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, aber ich würde es auch kein weiteres Mal lesen. Andere Bücher der Autorin haben mir besser gefallen.