Summer Tides von Sarah Fulmar ist eine sommerliche Lektüre für zwischendurch, die sich leicht lesen lässt und vor allem durch ihre stimmungsvolle Atmosphäre überzeugt.
Schon das Cover zieht mit seinen harmonischen Farben sofort in den Bann und macht Lust auf warme Tage am Meer. Besonders das Setting in St. Ives in Cornwall ist atmosphärisch wunderbar eingefangen. Die Beschreibungen sind so lebendig, dass man sich mühelos in den kleinen Küstenort hineinträumen kann. Auch das Gemeinschaftsgefühl unter den Bewohnern verleiht der Geschichte eine schöne Wärme; einige Nebenfiguren sind mir dabei besonders positiv aufgefallen und sogar ein wenig ans Herz gewachsen.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und fließend, sodass man nahezu mühelos durch die Seiten gleitet und das Buch wunderbar in einem Rutsch lesen kann, ideal für entspannte Lesemomente.
Inhaltlich bleibt die Handlung stellenweise etwas vorhersehbar, da vor allem überraschende Wendungen fehlen, die für mehr Spannung und Tiefe hätten sorgen können. Konflikte lösen sich oft recht schnell, wodurch die emotionale Entwicklung etwas oberflächlich wirkt. Dennoch lässt sich die Geschichte gut verfolgen und bietet eine angenehme, leichte Unterhaltung. Die Figuren sind grundsätzlich sympathisch gezeichnet: Während Scarlett in manchen Situationen etwas naiv wirkt - etwa wenn sie sich von ihrem Ex immer wieder verunsichern lässt, statt klare Grenzen zu ziehen - überzeugt Jonah mit seinem ausgeprägten Beschützerinstinkt und seiner starken physischen Präsenz.
Am Ende bleibt vor allem die besondere Atmosphäre im Gedächtnis. Trotz kleinerer Schwächen ist es eine schöne, leichte Lektüre, die gut unterhält. Den Fortsetzungen werde ich auf jeden Fall eine Chance geben, nicht zuletzt wegen der vielversprechenden Nebenfiguren, von denen ich mir noch mehr Tiefe und Entwicklung erhoffe.