Ein Roman mit einer ganz eigenen, faszinierenden Tonalität, dessen Handlung sich mir aber leider komplett entzogen hat.
"Zeit der Monster" ist der Debütroman von ¿eyda Kurt und ein Buch, von dem ich viel gelesen habe, dass es mindestens auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stehen sollte. Das hat mich natürlich neugierig gemacht und ich habe mich eingelassen auf diese ungewöhnliche und faszinierend erzählte Geschichte über ein Stadtviertel, in dem die Apokalypse vermeintlich kurz bevorsteht. In der Hörbuchfassung wird "Zeit der Monster" übrigens von ¿eyda Kurt selbst gelesen und das war eine ganz wundervolle Lesung. Ich hatte beim Hören das Gefühl, dass ich hier ein Buch jenseits aller Konventionen vor mir habe, ein Buch mit verschlüsseltem Inhalt, der sich einem nicht einfach so erschließt.Und ich muss leider sagen - trotz des wirklich schönen und ganz eigenen Schreibstils und trotz der richtig guten Autorinnenlesung hat sich mir die Handlung leider weitestgehend entzogen. Sie spielt in einer nicht näher definierten Zukunft und es gibt durchaus aktuelle Bezüge, die sie interessant und gesellschaftskritisch machen. Und doch kann ich nach dem Hören nicht wirklich zusammenfassen, um was es eigentlich geht. Zu sehr sprang mir das Geschehen hin und her, zu kryptisch war für mich das, was in dem Stadtviertel vor sich geht, zu vage blieben mir die handelnden Figuren. "Zeit der Monster" ist gut geschrieben, keine Frage, aber mir hat sich das Buch leider fast komplett entzogen. Meine Bewertung sagt deshalb nichts über seine Qualität aus - vielleicht war es gerade einfach nicht der richtige Moment für das Buch, vielleicht sollte ich es irgendwann noch einmal lesen. Denn ich glaube, dass eigentlich sehr viel drinnen steckt.