Sommergefühle pur!
Als Aline im Nachlass ihrer verstorbenen Mutter Liebesbriefe eines gewissen "J" findet, ist sie sich sicher: Das muss ihr Vater sein, den sie nie kennengelernt hat! Sie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und den Mann zu suchen. Die Adresse führt sie nach Flensburg zu einer kleinen Brauerei, die einem Jens Martens gehört. Den trifft sie zwar dort nicht an, läuft aber seinem jungen Braumeister Tom in die Arme. Der allerdings packt seinen anfänglichen Charme sehr schnell wieder ein, als er Aline beim Schnüffeln erwischt - dabei will sie doch nur herausfinden, ob Jens Martens der geheimnisvolle Briefeschreiber und damit ihr Vater ist ...Als sich hier der Winter noch mal von seiner kältesten, grauen und matschigen Seite zeigen wollte, musste ich einfach nach einem Sommergefühl-Buch greifen und da war "Sonnenküsse" dank dieses hübschen sommerlichen Covers natürlich ganz oben auf meiner Liste.Erneut geht es in diesem zweiten Teil, der nur lose zusammenhängenden Reihe, nach Flensburg, wobei das Sommerwettergefühl des Buches mich schon packen konnte, als Aline sich noch im sommerlich-überhitztem Bochum befindet.Eindrücklich das Setting beschreiben kann Svenja Lassen!Und wo wir gerade schon vom Setting sprechen: Was ist das wieder herrlich!Als es für Aline nach Flensburg geht und sie dort nach bei nach die Umgebung erkundet, konnte ich wirklich das winterliche Mistwetter vor meinem Fenster vergessen und habe mich ganz den sommerlichen Sehnsuchts- und Urlaubsgefühlen hingeben können. Was tat das gut!Aber auch abgesehen vom Setting, hat mich dieses Buch sehr mitnehmen können.Alines Hintergrundgeschichten macht so einige Baustellen auf und da mir Aline auch auf Anhieb sympathisch war, hat mich ihre Geschichten absolut mit ihr mitfühlen lassen.Trotz ihres doch eher tragisch-traurigen Hintergrunds und dem eigentlichen Grund für Alines Flensburg-Aufenthalt, geizt das Buch auch nicht mit gut platziertem Humor, sodass es sich wirklich locker-leicht lesen lässt.Nur die eigentliche Liebesgeschichte kommt sehr langsam in Gang.Zwar gibt es schnell und früh eine gewisse Anziehung zwischen Aline und Tom, aber nach knapp der Hälfte des Buches bahnt sich gerade erst mal - zumindest - eine Freundschaft zwischen ihnen an.Irgendwie war das aber doch sehr passend, da Aline so auch genügend Zeit und Raum bekommen hat, um nach dem Tod ihrer Mutter sich langsam wieder zu fangen.Besonders gefallen hat mir aber, dass das Augenmerk nicht nur ausschließlich auf Aline und Tom liegt, sondern auch das Paar aus dem ersten Buch, Nora und Bent, ein paar kleine Nebenauftritte bekommt, wir wieder auf die Zwillinge aus dem "Hygge Up, Lara und Linn treffen - die möglicherweise Alines Halbschwestern sind -, und vor allem Toms Freund, Sören, hier richtig viel Entfaltungsraum bekommt.Da er nicht nur Aline dabei hilft, sich in Flensburg einzugewöhnen, sondern auch noch eine wichtige Rolle später bezüglich der Beziehung spielen darf, hat es mir sehr gefallen, dass wir ihn nicht nur sehr gut kennenlernen durften, sondern ihn auch bei seiner eigenen Entwicklung ein wenig begleitet haben.Am Ende gibt es dann auch nur relativ wenig Drama, welches sich auch recht schnell wieder auflöst und so erfahren wir dann auch endlich, was es mit der unglücklichen Liebesgeschichte von Alines Mutter wirklich auf sich hatte und Aline findet schließlich zwar nicht ihren Vater, aber dennoch eine Familie.Also ein wunderbares Happy End.Fazit: Dieses Buch hat mir wirklich erstklassige Sommerurlaubsgefühle vermittelt und das mitten im kalten und matschig-grauen Winter! Die Liebesgeschichte spielt eher eine untergeordnete Rolle, was hier aber recht gut reingepasst hat, da Aline so Zeit hatte, ihre Trauer über den Tod ihrer Mutter zuvor ein wenig zu verarbeiten und neue Menschen und Ideen in ihr Leben lassen konnte. Insgesamt also ein Wohlfühlbuch mit wunderschönem Setting!