Fesselnd bis zur letzten Seite
Dieser 7. Fall für Andreas Brander und seine Kollegin Persephone "Peppi" Pachatourides ist 2017 unter dem Titel "Ausstieg rechts" im Silberburg-Verlag erschienen und nun, 2025 im Emons-Verlag neu aufgelegt worden. Nachdem aus einer Wohnung in Esslingen starker, unangenehmer Geruch dringt, werden Brander und Pachatourides zur Nachschau gerufen. In der verwüsteten und mit Hakenkreuzen beschmierten Wohnung finden sie die Leiche einer jungen Frau. Vom Wohnungsmieter, der als Mitglied einer rechten Vereinigung bekannt ist, fehlt jede Spur. Ist er der Täter? Die Ermittlungen fordern das Team um Brander, denn nicht nur Peppi mit ihren griechischen Wurzeln sondern auch der italienischstämmige Fabio Esposito, bekommen ausländerfeindliche Sprüche von potentiellen Verdächtigen zu hören. "Warum sind Sie hier in Deutschland? Warum sorgen Sie nicht erst einmal Ihrem Land für Ordnung?" (S. 171) Gleichzeitig baut sich rund um Andreas Brander eine Drohkulisse auf, die ihn und seine Familie in Angst versetzt. Wird es ihnen gelingen, den Tod des Mädchens aufzuklären? Meine Meinung: Auch wenn der ursprüngliche Krimi 2017 verfasst worden ist, hat er angesichts des Rechtsrucks in Europa nichts an Aktualität verloren. Hier werden Ängste geschürt, Gerüchte in Umlauf gesetzt und auch zur Tat geschritten. Die Autorin beginnt ihren Krimi zunächst leise und es dauert eine geraume Zeit, bis die Ermittlungen so richtig in Schwung kommen. Dafür bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende hoch. Und ja, vermutlich ist der zähe Beginn der Ermittlungen der Realität geschuldet. Wilde Verfolgungsjagden, quietschende Reifen und Schusswechsel sind im wirklichen Polizeialltag eher die Ausnahme. Schmunzeln muss ich über die Kreativität von Branders Neffen Julian, der anbietet, Nathalie, die Pflegetochter von Andreas und Cecilia Brander, zu heiraten, damit sie ihren verhassten Herkunftsnamen ablegen kann. Fazit:Gerne gebe ich diesem Krimi, der es an Aktualität nicht fehlen lässt, 5 Sterne.