Love Island
Linus, ehemaliger Inspekteur der BBMM (die Behörde, die magische, minderjährige Wesen überwacht), hat sich nicht nur auf der Insel Marsyas eingelebt, er hat sich auch noch verliebt, nämlich in Arthur Parnassus, den Leiter des Waisenhauses auf jener Insel. Wobei "Leiter" das falsche Wort ist, denn die ihm anvertrauten Kinder, sind genau das. Seine Kinder. Somit sind Linus und Arthur Eltern. Und als solche befinden sie sich seit dem Zeitpunkt im Kampfmodus, als die nächste Inspekteurin angekündigt wurde. Miss Marblemaw ist aber keine gewöhnliche Mitarbeiterin der BBMM. Sie wird im Auftrag der Leiterin, Jeanine Rowder, höchstpersönlich nach Marsyas entsandt, um sich um einen ganz besonderen Zögling zu "kümmern". Ob es da wohl um David, einen Yeti und der aktuellste Neuzugang im Waisenhaus, handelt? Arthur und Linus haben da so ihre Zweifel. Aber nach der anfänglichen Abneigung gegen Marblemaw ändert sich diese im Lauf der Geschichte...eher nicht. Denn die Behörde will es diesmal wissen und ist nicht gewillt, ihre Überwacherin mit leeren Händen wieder zu empfangen.Der Fluch der Fortsetzung hat hier glücklicherweise nicht zugeschlagen. T.J. Klune hat es geschafft, die optimistische und positive Stimmung des Vorgängers auch in "Jenseits des Ozeans" wieder zu erschaffen. Obwohl sich die beiden Geschichten ähneln, ziehen sie den Leser sofort in ihren Bann. All die Kindern, mit ihren liebenswerten Eigenheiten, Arthur, der nicht der allwissende Übervater, sondern ein Mensch mit Zweifeln und Ängsten ist und Linus, der sich als Fels in der Brandung erweist, sie alle schliessen wir sofort wieder ins Herz. Denn all dies ist ein Plädoyer für Toleranz und Akzeptanz. Und auch, Fremdem und Fremden nicht grundsätzlich misstrauisch zu begegnen. Denn die magischen Eigenschaften der Kindern stehen sinnbildlich für die verschiedenen Sexualitäten, Hautfarben, Religionen dieser Welt. Wobei es auch hier nicht die Richtigen trifft, denn ich behaupte mal, dass die Meisten, die dieses Buch lesen, dem aufgeschlossen gegenüber stehen. Die "Anderen" lesen sowas eh nicht. So gesehen ist das ein Tropfen auf dem heißen Stein, der nichts ändern wird. Was sehr schade ist, denn es entgehen einem zwei lesenwerte Bücher, die in eine Welt eintauchen lassen, die trotz ihrer Probleme und Widrigkeiten immer das Wichtigste nicht aus den Augen verliert: Hoffnung. Und wie wir jetzt wissen, ist das ein gefiedertes Ding. Und stirbt zuletzt.