Verzaubert zwischen Japan und der Bretagne
Ich bin erneut völlig gefangen von dieser wunderbare Romanreihe. Wiedersehen im Kamelienhaus ist der 2. Band der Kamelienhaus-Reihe von Tabea Bach und knüpft nahtlos an die Geschichte an und entfaltet dabei seinen ganz eigenen Zauber. Ich empfehle den ersten Band vorab zu lesen, um Figuren und Hintergründe besser zu verstehen. Und wer noch mehr Hintergrundwissen möchte, liest Die Kamelieninsel Reihe, denn dort hat alles seinen Ursprung. Für mich waren diese Bücher der Einstieg in Tabea Bachs Welt und sind immer echte Highlights.Worum geht es? Lucy Riwall übernimmt auf der japanischen Insel Soshima die Leitung der wirtschaftlich angeschlagenen Tsubaki-Manufaktur und steht vor der großen Herausforderung, das Unternehmen zu stabilisieren und gleichzeitig das Vertrauen der Belegschaft zu gewinnen. Kein einfaches Unterfangen. Gleichzeitig beschäftigt sie ihre Beziehung zu Finn, im Moment ist nicht klar, wie beide wieder zueinander finden können. Lest selbst, wie es Lucy in Japan ergeht, aber auch wie sich parallel die Ereignisse in der Bretagne entwickeln.Die Printausgabe überzeugt mit einem stimmigen Cover und passendem wunderbaren Farbschnitt, ein umfangreiches Glossar hilft zudem, Sprache und kulturelle Besonderheiten besser zu verstehen.Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. Die Perspektiven wechseln zwischen Lucy und ihrer Mutter Sylvia (u. a. Tagebucheinträge), wodurch man stets Einblick in die Geschehnisse in Japan und der Bretagne erhält. Eine überaus bildhafte Sprache entführt dabei in faszinierende, Landschaften - sowohl in Japan als auch auf die Kamelieninsel. Das Jubiläum von Solenn war für mich ein besonders glanzvoller Moment.Die Handlungsstränge sind gekonnt miteinander verwoben. Den roten Faden bildet Lucy in ihrem Kampf, die angeschlagene tsubaki-Manufaktur auf Kurs zu bringen und gleichzeitig ihr persönliches Glück nicht aus den Augen zu verlieren. Auf der Kamelieninsel gerät Sylvia unter Druck durch einen Konkurrenten und wir begleiten wieder Lucys beste Freundin Lili ein Stück ihres Weges, der mich sehr überrascht hat. Die unberechenbare Chloe sorgt zusätzlich für Aufregung.Die Vielzahl an Figuren sorgen für spannende Begegnungen. Diese sind durchweg vielschichtig und authentisch gezeichnet. Im Buch enthalten ist eine Personenübersicht, damit verliert man garantiert nicht den Überblick. Erstaunlicherweise hatte ich gar kein Problem, alle Figuren einzuordnen, selbst die japanischen waren mir von Beginn an geläufig. Überhaupt hat mich das Thema Japan absolut fasziniert. Besonders spannend fand ich die Einblicke in die japanische Kultur, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen. Und für mich ein besonderes Highlight: einige namenhafte Figuren aus der Rosenholzvilla laufen einfach mal so durchs Bild!Fazit: Ein stimmungsvoller Roman, der mit starken Figuren, einem exotischem Setting und viel Gefühl überzeugt. Dafür gebe ich eine ganz große Leseempfehlung und freue mich sehr auf den angekündigten Winterband.