Bad Liar Dunkelschatten hat mich ziemlich schnell in seinen Bann gezogen. Schon der Einstieg erzeugt eine düstere und leicht bedrohliche Atmosphäre, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Besonders das Setting in Louisiana mit seinen Sümpfen passt perfekt zur Handlung und verstärkt immer wieder das Gefühl, dass unter der Oberfläche noch einiges verborgen liegt.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte zunächst zwei unterschiedliche Spuren verfolgt. Während Nick Fourcade mit einem brutalen Mordfall beschäftigt ist, nimmt Annie Broussard die Sorgen einer Mutter ernst, deren Sohn verschwunden ist. Gerade Annie mochte ich dabei sehr. Sie hört zu und schaut genauer hin, auch wenn andere einen Menschen aufgrund seiner Vergangenheit längst abgeschrieben haben. Dadurch bekommt die Geschichte neben der eigentlichen Spannung auch eine menschliche und emotionale Seite.
Die beiden Fälle entwickeln sich zunächst unabhängig voneinander, gleichzeitig merkt man aber immer stärker, dass mehr dahintersteckt. Genau dieses langsame Zusammensetzen der einzelnen Puzzleteile hat mir richtig gut gefallen. Immer wieder hatte ich Vermutungen, nur um sie kurz darauf wieder infrage zu stellen. Dabei schafft es die Autorin, die Spannung aufrechtzuerhalten, ohne eine Wendung nach der anderen erzwingen zu müssen.
Auch Nick und Annie haben für mich gut funktioniert. Beide bringen ihre eigene Persönlichkeit und Sichtweise in die Ermittlungen ein und wirken dabei nicht wie unfehlbare Ermittlerfiguren. Gerade diese Ecken und Kanten machen sie interessant.
An manchen Stellen war mir die Geschichte allerdings etwas ausführlich erzählt. Einige Passagen hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein dürfen, weil dadurch zwischendurch ein wenig Tempo verloren ging. Insgesamt konnte mich die Handlung aber immer wieder zurückholen, und spätestens wenn neue Zusammenhänge sichtbar wurden, wollte ich unbedingt wissen, was wirklich passiert ist.
Für mich ist Bad Liar Dunkelschatten ein atmosphärischer und spannender Kriminalroman, der nicht nur von seinen Fällen lebt, sondern auch von seinen Figuren und dem besonderen Louisiana-Setting. Vor allem das Miträtseln und die Frage, wem man eigentlich glauben kann, haben mir richtig Spaß gemacht.