Bei ¿Drei Morde zu wenig¿ handelt es sich um einen, im Ars Vivendi Verlag erschienenen, Band mit 17 Kurzkrimis unterschiedlicher Länge, in denen immer Staatsanwalt Brandeisen und Kommissar Küps ermitteln und das, abgesehen von einer Ausnahme, immer in Bamberg und Umgebung. Alle diese Geschichten stammen aus der Feder von Thomas Kastura, einem gebürtigen Bamberger, der neben kürzeren Prosastücken wie diesen auch schon mehrere Kriminalromane verfasst hat.
Die in diesem Buch veröffentlichten Kurzkrimis sollen, wie im Klappentext angekündigt, auch eine Hommage an verschiedene Krimiklassiker sein. Und so finden sich auch schon mal eher unrealistische Bestandteile wie Vampire, Agenten verschiedener Geheimdienste und Verfolgungsjagden in den Geschichten. Das Ganze aber gepaart mit jeder Menge Lokalkolorit in Form fränkischen Biers, fränkischer Spezialitäten, Lokalpolitik und mehr oder weniger versteckten Anspielungen auf einen bekannten oberfränkischen Adeligen, der einmal Verteidigungsminister war. Auch der oberfränkische Dialekt kommt zum Einsatz, allerdings, bis auf eine Ausnahme in Form des letzten Krimis, nur in einigen Dialogen, sodass man alles auch als Nicht-Oberfranke verstehen kann. Thomas Kastura hat einen gut lesbaren Schreibstil und es findet sich auch eine angenehme Dosis Ironie in vielen seiner Geschichten. Der Humor kommt nicht zu kurz, ist hier aber niemals plump, wie in manch anderem Heimatkrimi.
Kommissar Küps und Staatsanwalt Brandeisen sind sehr verschiedene Charaktere. Küps ist verheiratet, scheint aber auch privat bevorzugt ohne seine Frau unterwegs zu sein, er ist sehr bodenständig und schätzt das Bamberger Bier und die oberfränkischen Wurst- und Fleischspezialitäten. Manchmal sieht er es auch nicht so eng, mit der Schuld eines Täters, wenn ihm dessen Anliegen sympathisch ist. Brandeisen dagegen ist alleinstehend, unterhält sich daher manchmal mit seiner ausgestopften Dogge Hilda, bevorzugt etwas andere kulinarische Genüsse und scheint recht eitel zu sein. So arbeitet er nebenbei auch noch an einem Buch über fränkische Serienmörder. Beide ergänzen sich jedoch perfekt und ich könnte mir gut einen langen Kriminalroman mit den beiden als Ermittler vorstellen.
Insgesamt war das Buch eine amüsante Lektüre, die ich besonders denjenigen empfehlen kann, die Bamberg und Oberfranken etwas kennen, da das Lesen von Heimatkrimis natürlich noch reizvoller ist, wenn man bestimmte Orte wiedererkennt und versteckte Anspielungen versteht. Aber auch für andere Leser sind die Krimis sicher interessant und kurzweilig.