Thomas Manns Erzählung "Der Tod" entfaltet eine faszinierende Begegnung zwischen einem jungen Mann und einer geheimnisvollen Frau, deren Schönheit ebenso betörend wie unheimlich ist. Was zunächst wie eine romantische Annäherung wirkt, offenbart sich bald als Begegnung mit der Personifikation des Todes selbst. In der Spannung zwischen erotischer Anziehung und existenzieller Bedrohung zeigt sich die doppelte Natur der Schönheit: verlockend und zugleich zerstörerisch. Mann verbindet hier die großen Gegensätze von Leben und Sterben, Lust und Vergänglichkeit, und schafft eine symbolistische Erzählung, die den Leser in ihren Bann zieht. Mit dichter Sprache und psychologischer Feinfühligkeit wird der Tod nicht nur als Schrecken, sondern auch als verführerische Macht dargestellt, die den Menschen unwiderstehlich anzieht. Dieses frühe Werk ist eine eindringliche Studie über Eros und Thanatos, die bis heute ihre suggestive Kraft entfaltet.