Wenn Polizeihauptmeister Anton Hellmann eins nicht mag, dann ist es gehetzt zu werden. Aber im Drainagegraben neben der Straße, gleich hinter der Bushaltestelle, wurde eine tote Frau gefunden. Zunächst sieht alles nach einem Unfall mit Fahrerflucht aus, doch es gibt auch Ungereimtheiten. Aber Anton ist ja nicht zuständig, sondern die Hauptdienststelle in Vennewick und somit der Erste Kriminalhauptkommissar Bernd Lohmeyer. Demnach wäre es also nicht Antons Fall. Doch die Tote hat falsche Papiere bei sich und wollte seine Nichte Christa sprechen. Dann stellt sich heraus, dass es kein Unfalltod war, und Christa verheimlicht Anton etwas. Er muss sie beschützen und versucht herauszufinden, was hinter allem steckt.
Dieses Buch ist der Auftaktband einer Trilogie. Mir hat das Lesen genauso viel Spaß gemacht, wie seinerzeit die Münsterland-Reihe um den westfälische Sturkopf Heinrich Tenbrink und seinem Kollegen Maik Bertram.
Anton Hellmann schiebt im beschaulichen Düsterholz einen ruhigen Job. Er kommt gemächlich daher, doch sollte man sich nicht in ihm täuschen. Niemand kennt die Bewohner von Düsterholz so gut wie er. Er weiß auch ganz genau, wie er mit den Bewohnern umgehen muss, denn im Dorf gibt es eine Menge eigenwilliger Typen. Sein ranghöherer Kollege Lohmeyer hält sich für etwas Besseres, doch Anton hat eindeutig das bessere Gespür und zieht seine Schlüsse. Da kommen ihm auch seine Kontakte nach Holland ganz gelegen.
Antons Nichte Christa hatte während ihres Studiums in Berlin andere Interessen als das Studium und sie erinnert sich nicht gerne an diese Zeit. Nun arbeitet sie im Fahrradladen in Düsterholz und ist damit zufrieden. Sie fragt sich aber, was Heike nach all der Zeit von ihr wollte. Doch sie hat noch ein weiteres Problem, denn sie möchte herausfinden, wer ihr Vater ist.
Während ein Unwetter das Düsterholzer Schützenfest gefährdet, geht Anton seinen Ermittlungen nach und ist glücklicherweise rechtzeitig zur Stelle, als es gefährlich wird. Die Auflösung ist schlüssig, doch es klärt sich (noch) nicht alles.
Düsterholz 1976 ist ein spannender Münsterland-Krimi mit eigenwilligen Charakteren. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.