"Kolyma" ist die Fortsetzung des Thrillers "Kind 44" um den ehemaligen KGB-Agenten Leo Demidow.Moskau 1956: Die Sowjetunion befindet sich in der sogenannten Tauwetterperiode. Stalin ist tot, und mit der Geheimrede, die Chruschtschow auf dem 20. Parteitag der KPdSU hält, wird die Entstalinisierung eingeleitet. Das Volk ist in Aufruhr und versucht, sich an den alten Machthabern zu rächen - es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände.Auch an Leo Demidow will man Vergeltung üben. Schließlich ist er für die Denunzierung und den Tod vieler seiner Landsleute verantwortlich. Seine Tochter wird von Rebellen entführt. Um sie zurückzubekommen, soll Leo sich nach Kolyma begeben, eines der schlimmsten Gulags der Sowjetunion, um dort einen Gefangenen zum Austausch zu befreien. Als er jedoch bereits am ersten Tag erkannt wird, sitzt Leo in einer tödlichen Falle.Wow - was für ein Buch! Schon von "Kind 44" war ich hellauf begeistert. Über "Kolyma", den zweiten Band der Reihe, gab es sehr geteilte Meinungen, weshalb das Buch völlig unberechtigt eine ganze Weile auf meinem SuB verharren musste, bevor ich mich endlich daran gewagt habe.Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Ich war entsetzt über das politische Geschehen, das hier erneut eindrucksvoll und greifbar vor Augen geführt wird. Gleichzeitig ließ mich die nervenzerreißende Geschichte um Leo Demidow immer wieder den Atem anhalten.Keine Frage: Ein Buch auf höchstem Niveau, ganz wie sein Vorgänger. Man kann es nicht zuklappen, ohne sich anschließend noch lange damit auseinanderzusetzen.