Ein wertvolles Buch für Frauen und Mädchen, das für die eigene Gefühlswelt sensibilisiert und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt.
Ich finde Bücher, die sich mit den Gefühlen und der Erlebniswelt von Frauen beschäftigen, ja grundsätzlich wichtig und meist auch großartig. Das und das wirklich schön gestaltete Cover hat mich neugierig gemacht auf Vanessa Sielmanns Buch "Been there, felt that", in dem sie anhand ihrer eigenen Erlebnisse von weiblichen Kollektiverfahrungen berichtet. Da geht es zum Beispiel um Unsicherheit in Gruppen, um das Gefühl, am Freitagabend etwas zu verpassen, wenn man es sich einfach nur allein vor dem Fernseher gemütlich macht, um unerreichbare Schönheitsideale und um den Zusammenhalt unter Frauen, etwa wenn es um den nächtlichen Nachhauseweg nach einer Party geht.Dabei nimmt Sielmann uns einerseits mit in so manche Situation, die sie erst im Nachhinein hinterfragt, zum Beispiel in Bezug auf Mental Load und Safety Work, und schärft andererseits den Blick für das, was Frauen alltäglich erleben und leisten, oft ohne, dass sie selbst davon Notiz nehmen. Die Botschaft, die sich dabei durch das gesamte Buch zieht, ist: Ich weiß, wie du dich fühlst, ich habe selbst schon Ähnliches erlebt und eigentlich sitzen wir doch alle im selben Boot. Wenn frau beim Lesen von Vanessa Sielmanns ganz persönlichen Erfahrungen also denkt: Hey, das kenne ich, das geht mir auch oft so! - dann entsteht dadurch ein Zugehörigkeitsgefühl, das das Erlebte ein bisschen erträglicher macht."Been there, felt that" ist wieder so ein Buch, das so persönlich und ehrlich, dabei aber auch so wohltuend und warm wie ein offenes Gespräch unter Freundinnen ist. Und ich glaube, gerade für junge Frauen ist das sehr wichtig und kann gute Impulse und Anhaltspunkte geben, um das eigene Empfinden besser verstehen und einordnen zu können. Für mich persönlich waren jetzt eher keine neuen Erkenntnisse dabei, weil ich einfach schon sehr viel in die Richtung gelesen habe. Und an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir eine tiefgründigere und fundiertere Auseinandersetzung mit dem betreffenden Thema gewünscht. Ich denke aber, dass "Been there, felt that" eine gute erste Lektüre für Mädchen und Frauen ist, um sich der eigenen Gefühlswelt anzunähern und den Gedanken einer kollektiven Erlebniswelt zu entwickeln.