1920er-Jahre in Paris: eine Frau taucht ein in die Literatur- und Kunstszene. Sauber recherchiert, mir aber zu wenig lebendig, hölzern.
Nein, ich schreibe hier keine weitere Inhaltsangabe, die findet sich bereits sehr gut zusammengefasst schon mehrmals auf diesem Podium und auch der Klappentext der mir vorliegenden Erstausgabe ist ein hervorragend gelungener Appetizer.Vielmehr möchte ich der Autorin für deren Recherche-Arbeit zur Stadt der 1920er-Jahre danken, die ist ihr wirklich hervorragend gelungen Es muss ja wirklich eine tolle, wilde, erlebnisreiche Zeit gewesen sein, wenn man sich für Kunst und Literatur interessierte und sie an Ort und Stelle wirklich erleben wollte. Nicht nur die Schriftsteller saßen da ja einfach so rum, in den Bars, den Restaurants und gingen auch bei Shakespeare and Company ein und aus. Diese Atmosphäre und Szenerie hat Veronika Peters sehr eindrucksvoll in ihren Roman eingewoben und ich hatte wirklich das Gefühl, selbst an Ort und Stelle zu sein. Die zugrundelegende und mit dem Lokalkolorit verwobene Geschichte hat mich dann aber nicht so richtig überzeugt. Die Entwicklung der Heldin erschien mir zwar überaus glaubhaft und wahrhaftig, aber die anderen Charaktere wirkten sehr mechanisch und stellenweise hölzern auf mich, eine richtige Empathie zu ihnen konnte ich nicht entwickeln.Eine klare Lese-Empfehlung gibt es trotzdem von mir, zumindest für alle an der Geschichte der Stadt Paris Interessierten. Die können sicher noch viel "mitnehmen" und finden eine gut-gebaute Story in und zu ihrer Stadt vor. Und sicher ist es auch eine gute Mitnehm-Lektüre für eine Reise in genau diese Stadt!