Es gibt in dieser Reihe wirklich gute Folgen, diese gehört für mich nicht dazu. Natürlich berühren Kriminalfälle zwangsläufig auch gesellschaftliche Probleme Wenn man aber wie hier geschehen, wirklich in jedem Erzählstrang ein neues gesellschaftliches Problem aufmacht, jeder Protagonist mit Problemen beladen ist, die wiederum unterschwellig auf gesellschaftliche Missstände hinweisen... dann ist das einfach zu viel. Wenn man darüber hinaus für seine politische Überzeugung einen Schauplatz konstruiert, ist das zusätzlich ärgerlich. Denn ein Krimi, vor allem eine Folge einer Serie, ist kein literarisches Werk in dem gesellschaftliche Probleme eingehender erörtert werden. Ein Krimi ist letztendlich immer eindimensional. Wenn die Autorin etwas über nationalistische Strömungen, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, ungerechte Aufgabenverteilung in der Ehe , Verwicklungen der internationalen Finanzwelt usw. schreiben möchte, dann doch bitte in einer oder mehreren Abhandlungen, die dann etwas ausgearbeiteter sind. In einem Krimi, der ja nichts anderes ist als Unterhaltungsliteratur, fühlt man sich einfach nur belehrt und genervt. Denn ausgearbeitete Gedanken finden hier keinen Platz und es bleibt das Gefühl 'Die Welt ist schlecht und keiner weiß warum'. Zwei interessante Punkte gibt es dennoch,: die ausgeklügelte Mordmethode und die Beschreibung von Bankgeschäften und den Machenschaften innerhalb der Hierarchie einer Bank. Nur ist das einfach zu wenig.