Der frisch verliebte Hunter schwebt auf Wolke Sieben. Steven erweist sich als idealer Partner für ihn. Doch ein Mord in einem noblen Gentlemens Club stört bald die Idylle. Das Tatmotiv gibt Rätsel auf und die Verdächtigen scheinen alle Alibis zu haben. Während Hunter und David noch im Dunkeln tappen, stirbt einer ihrer möglichen Täter. Suizid oder ein zweiter Mord?
Auch mit seinem dritten Fall gelingt es Wolf September mühelos seine Leser zu fesseln. Die Tätersuche erweist sich als eine harte Nuss, die zum Mitraten einlädt.
Oliver Grenfield, ein junger Gärtner, wird in der Bibliothek des Clubs erstochen, in dem er gelegentlich ausgeholfen hat. Die Ermittler finden zunächst kein erkennbares Motiv für diesen Mord. Einige Tatverdächtige, hauptsächlich die Teilhaber einer kleinen Tabakwarenfirma namens ECL, können zwar kein Alibi vorweisen, doch die Ermittlung stagniert. Es erweist sich immerhin als Vorteil, dass sich Hunter in den sogenannten "besseren" Kreisen auskennt, denen die möglichen Täter angehören. Als eine dieser Personen erhängt aufgefunden wird, sorgt dies für weitere Verwirrung. Zwar kann die Herkunft der Mordwaffe geklärt werden, doch dann erfolgt ein Anschlag auf einen weiteren Tatverdächtigen. Hat es jemand auf die Teilhaber der exklusiven Zigarrenfirma abgesehen? Aber wie passt da ein einfacher Gärtner ins Bild?
Wolf September schreibt wie gewohnt flüssig und bildhaft. Er hat ein Gespür sowohl für romantische Szenen als auch für rätselhafte Mordfälle. Humor und Spannung kommen ebenfalls nicht zu kurz. Zusammen mit den glaubwürdigen Charakteren in Haupt- und Nebenrollen sind damit die Weichen für einen unterhaltsamen Cosy Crime gestellt. Erneut bezaubert das britische Setting.
Es ist amüsant, dass Hunter und David gerade beide ihre Traumpartner gefunden haben. Da stört so ein Mord gewaltig. Während bei David die frische Beziehung zu einer Muffins-Challenge führt, ist Hunter gleichermaßen verliebt wie verunsichert. Noch immer hat er den Verrat seines ehemaligen Verlobten Brian nicht völlig überwunden. Doch beide Ermittler sind professionell genug, sich auf ihren Fall zu konzentrieren.
Nach einigen Wendungen und Verwicklungen können Hunter und David auch diesen Fall aufklären. Wie erwartet, hat mich diese Mordermittlung kurzweilig unterhalten. Der Autor dosiert Gewalt und Verbrechen genau richtig für einen Cosy Crime. Dieses Mal bekommt das Privatleben der Ermittler, vor allem Hunters, mehr Raum. Das hat mir gefallen. Besonders gelungen fand ich die Szenen mit Godric und Lady Agatha, meinen Lieblingscharakteren.
Allerdings ziehe ich einen halben Punkt von der Bestzahl ab, weil ein entscheidendes Indiz erst kurz vor der Auflösung auftaucht. Es bleiben aber immer noch 4,5 von 5 Sternen. Ich freue mich schon auf Hunters nächsten Fall und bin gespannt, welches erlauchte Familienmitglied wir als nächstes näher kennenlernen werden.