Gedächtnis und Geschlecht

Deutungsmuster in Darstellungen des nationalsozialistischen Genozids. Dateigröße in MByte: 4.
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In der Debatte um das »kulturelle Gedächtnis« wird die Geschlechterdifferenz kaum berücksichtigt. Doch ob Denkmäler, Filme, Autobiografien oder Gedenkfeiern: Wie die Beiträge des Bandes zeigen, spielen Vorstellungen von »männlich« und »weiblich« in d … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Gedächtnis und Geschlecht

ISBN: 9783593407845
EAN: 9783593407845
Format:  PDF
Deutungsmuster in Darstellungen des nationalsozialistischen Genozids.
Dateigröße in MByte: 4.
Herausgegeben von Sigrid Jacobeit, Silke Wenk, Insa Eschebach
Campus Verlag GmbH

17. Juni 2002 - pdf eBook - 426 Seiten

Beschreibung

In der Debatte um das »kulturelle Gedächtnis« wird die Geschlechterdifferenz kaum berücksichtigt. Doch ob Denkmäler, Filme, Autobiografien oder Gedenkfeiern: Wie die Beiträge des Bandes zeigen, spielen Vorstellungen von »männlich« und »weiblich« in der Rezeption des Nationalsozialismus und den Konstruktionen nationaler Identitäten nach 1945 eine zentrale Rolle.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Sigrid Jacobeit

Soziales Gedächtnis und Geschlechterdifferenz. Eine Einführung
Silke Wenk/Insa Eschebach

VERLEUGNUNGEN
Tabu Lagerbordell. Vom Umgang mit der Zwangsprostitution nach 1945
Christl Wickert
Un/Mögliche antifaschistische Heldinnen. Die "Ravensbrücker Ballade" von 1961
Christa Schikorra
Die verlorene Unschuld des Gedächtnisses. Soziale Amnesie in Holland und sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg
Jolande Withuis
Das Geschlecht des Schweigens. Israelischer Zionismus und die Shoah
Ronit Lentin

SAKRALISIERUNGEN
Heilige Stätte - imaginierte Gemeinschaft. Geschlechtsspezifische Dramaturgien im Gedenken
Insa Eschebach
Christliche Legenden der Versöhnung. Edith Stein, Maximilian Kolbe und die Ravensbrücker Ordensschwestern
Constanze Jaiser
Die Bildformel Pietà. Religiös tradierte Geschlechterbilder in Symbolisierungen des Nationalsozialismus
Susanne Lanwerd
"Live" vom Soldatenfriedhof. Anne Frank und die Inszenierung des Bitburg-Besuchs von Reagan
Isabelle Freda

SEXUALISIERUNGEN
Täter-Fotografien in der Kunst nach dem Holocaust. Geschlecht als ein Idiom der Erinnerung
Marianne Hirsch
Von der "Umkehr aller Weiblichkeit". Charakterbilder einer KZ-Aufseherin
Julia Duesterberg
Der Bann eines Bildes. Ilse Koch, die "Kommandeuse von Buchenwald"
Alexandra Przyrembel
Rhetoriken der Pornografisierung. Rahmungen des Blicks auf die NS-Verbrechen
Silke Wenk

VERSCHIEBUNGEN
Opfer, Störenfriede und Überlebende. Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung jüdischer Displaced Persons im Nachkriegsdeutschland
Atina Grossmann
Zeugnisse des Verbrechens und Geschichten vom Überleben. Re-Präsentationen des Holocaust in Erinnerungsberichten
Irith Dublon-Knebel
Mütter und Kämpferinnen. Geschlechterbilder in israelischen Shoah-Denkmälern
Judith Tydor Baumel
Feminisierte Trauer und aufgerichtete Helden. Figürliche Denkmäler der frühen Nachkriegszeit in Deutschland und Österreich
Kathrin Hoffmann-Curtius
Die Wiederkehr des Künstler-Helden. Jochen Gerz im "Duell mit der Verdrängung"
Corinna Tomberger

Portrait

Insa Eschebach, Dr. phil., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt: Strafverfahren gegen das Ravensburger SS-Personal an der Gedenkstätte Ravensbrück.
Sigrid Jacobeit, PD Dr. phil., lehrt am Fachbereich Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.
Silke Wenk ist Professorin für Kunstwissenschaften und Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg.

Leseprobe

Tabu Lagerbordell Vom Umgang mit der Zwangsprostitution nach 1945 (S. 41-42)

Christl Wickert

Die Existenz von Häftlingsbordellen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten bildete Jahrzehnte lang eine Leerstelle in der Geschichtsschreibung des KZ-Systems. Auch für mich war es, bevor ich Ende der 1980er Jahre über die Verfolgung im Nationalsozialismus zu forschen begann, kaum vorstellbar, dass ausgehungerte männliche Häftlinge in ein Bordell, ein »Freudenhaus«, gingen, in dem weibliche Häftlinge ihren Körper, nicht selten ebenfalls von den Torturen der KZ-Haft gezeichnet, zur Verfügung stellen mussten. Erst ein genaueres Hinsehen ließ erkennen: In den Lagern fungierte die SS als Zuhälter. Der NS-Staat als Bordellbetreiber förderte Prostitution unter Ausübung von Zwang. Wie das Feld der Sexualität überhaupt war auch Prostitution im Kontext der »rassischen Generalprävention «1 zu einem hoch ideologisierten Lebensbereich geworden, der nahezu umfassend reguliert und restriktiv reglementiert wurde. Regelverstöße konnten mit öffentlicher Demütigung und Inhaftierung und sogar mit Tod geahndet werden.

Nach der Befreiung der Lager jedoch wurden, wie zu zeigen sein wird, für die Überlebenden wie für die Historiker in beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften Schreiben und Sprechen über Lagerbordelle bald zu einem Tabu.

Vorgeschichten – Von der Verfolgung »gewerblicher Unzucht« zum Wehrmachtsbordell
Bereits wenige Wochen nach der Machtübergabe, am 26. Mai 1933, hatte die nationalsozialistische Regierung das 1927 nach langwierigen Diskussionen verab schiedete »Reichsgesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten« novelliert. Entgegen den Forderungen von Frauenrechtlerinnen n
ach einer Verbesserung der sozialen Situation von Prostituierten lief die Novellierung vor allem auf eine verschärfte Verfolgung »gewerblicher Unzucht« hinaus.2 Danach wurden nicht nur Tausende von Prostituierten in »Schutzhaft« genommen, auch Frauen mit Verdacht auf »häufig wechselnden Geschlechtsverkehr« (HWG), meist denunziert von Nachbarn und Arbeitskollegen oder gar von früheren Liebhabern, wurden registriert und wie Prostituierte behandelt.3 Mit einem Erlass zur »Polizeilichen Behandlung der Prostitution« wurden im Rahmen einer »vorbeugenden Verbrechensbekämpfung « nach Kriegsbeginn seit 9. September 1939 Prostituierte kriminalisiert.

Hatte die Registrierung von Prostituierten seit 1927 erklärtermaßen der Eindämmung einer Verbreitung von Geschlechtskrankheiten dienen sollen, so stellte sie nun auch eine Grundlage für die Einweisung der Frauen als »Kriminelle « in ein Konzentrationslager dar.

Die Diskussionen um Prostitution, seit 1933 ausschließlich von Männern und aus der Perspektive von Männern geführt, verweisen auf die Anstrengungen, die Ideologie der »Volksgemeinschaft« durchzusetzen, die eine totale Einflussnahme und Regelung aller Bereiche menschlichen Lebens beanspruchte – im Alltag, in der Wehrmacht und in den Konzentrationslagern. Die Verfolgung der Prostituierten, vor allem aber die Ausdehnung der Verfolgung auf Frauen mit Verdacht auf HWG sowie die Kriminalisierung sexuellen Verkehrs mit Juden als »Rassenschande « dienten der Kontrolle und Überwachung von Sexualität. Dem totalitären Anspruch der »Volksgemeinschaft« folgend war jede Form von Intimität von öffentlichem Interesse. Erinnert sei hier auch die Verfolgung von Homosexuellen. Die entsprechenden Gesetze und Verordnungen konnten jedoch, das sei hier betont, nur dann erf
olgreich durchgesetzt werden, wenn Freunde, Bekannte, Nachbarn und Arbeitskollegen derartige Vergehen bei der Gestapo oder einer anderen Stelle denunzierten.


Pressestimmen

01.02.2003, an.schläge
Feminisierte Trauer
"Insgesamt ein spannender Beitrag, der die ausführliche Literatur zum NS-Gedenken um die geschlechtsspezifische Codierung des Erinnerns erweitert."

Technik

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