Ich fand keinen Zugang zur Geschichte und seinen Personen, es plätschert zäh vor sich hin, alle sind unzufrieden und suchen irgendetwas. 3*
Inhalt siehe Klappentext.Achtung: häusliche Gewalt, Trauer, schwierige familiäre Umstände und die Suche nach sich selbst.Ich habe schon viele Hörbücher von Jojo Moyes gehört, ich mag die Stimme von Sprecherin Luise Helm, am besten in 1,25-facher Geschwindigkeit. Leider hatte ich bei "Ein ganz besonderer Ort" nach über einer Stunde Hördauer noch keinen Zugang zur Geschichte gefunden. Entweder stimmt die Reihenfolge der Kapitel nicht, oder es ist gewollt durcheinander gebracht, ich blickte anfangs nicht durch, um wen und was es geht. Es wäre hilfreich gewesen, per Jahreszahl anzumerken, in welchem Jahr man sich befindet.Der Prolog beginnt mit einer, finde ich, eher dramatischen Geburt, bei der im Anschluss das Neugeborene, welches nicht näher benannt wird, weggegeben wird. Wohin, erfährt man zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein folgt Zeitsprung in die 60er Jahre, eine Party, bei der eine Frau (Vivi) dann doch nicht den Mann (Douglas) bekommt, den sie will; gefolgt von der Hochzeit ebenjenes Mannes mit einer anderen Frau (Athene), die sich im Laufe der ersten Ehejahre ziemlich verändert und er auch nicht den Ansprüchen seiner Eltern gerecht werden kann. Recht bald steht dann die ausgemusterte Frau von damals, Vivi, im Mittelpunkt und erfährt von ihren Eltern, dass ihr damaliger Schwarm von seiner Frau Athene (laut ausgesprochen finde ich den Namen furchtbar) verlassen wurde. Hier finden endlich ein paar winzige lose Enden für mich zusammen, aber wirklich klar ist mir immer noch nichts.Im zweiten Teil, 2001, geht es um Suzanna und Neil Peacock, die beide sehr unzufrieden mit sich und allem zu sein scheinen. Suzanna eröffnet einen Laden, ihr Peacock Emporium, auf mich macht sie weiterhin keinen glücklichen Eindruck. Irgendwie zieht sich die 12:44 Stunden lange Geschichte für mich, Suzanna und ihr Mann jammern immerzu. Der Einzige, der tut, was er will, scheint Alejandro zu sein, den es als Geburtshelfer nach England zieht. Ich hörte einfach weiter, um irgendwann die Auflösung zu hören, aber wie gesagt, es ist zäh. Douglas und Vivi fechten innere Kämpfe mit seiner Mutter Rosemary aus, die nicht wahrhaben will, dass sie dement und inkontinent ist. Die alte Dame will so weiter leben wie bisher, und alle sind ihr ein Dorn im Auge. Ich stelle mir diese Wort-Kämpfe sehr anstrengend vor, nicht nur gegen Rosemary, sondern auch zwischen den Eheleuten. Douglas möchte sein Testament zugunsten seiner Kinder ändern, Vivi verlangt Gleichstellung zwischen leiblichen Kindern und seiner Tochter Suzanna, die von dieser Unterscheidung aber nichts ahnt. Suzannas Aushilfe Jessi, von ihrem Mann Jason genervt, der durchaus mal gewalttätig wird, was sie aber nicht wahrhaben will, flirtet mit Alejandro, was für alle dramatisch ausgeht. Mein Eindruck: Alle kümmern sich um die Angelegenheiten der anderen, aber keiner kümmert sich um seinen eigenen Kram. Als noch knapp 5 Stunden Hörzeit anstehen, tritt eine Wende ein, die zwar einen traurigen Auslöser und Ende hat, aber endlich Bewegung und Aufregung in die Geschichte bringt, die immer noch vor sich hinplätschert. Suzannas Laden steht unter einem schlechten Stern, wie es aussieht. Sie zweifelt weiterhin an sich selbst, in Alejandro findet sie einen Seelenverwandten, Neils Gefühle und Meinung dazu erfährt man nicht, ich denke, Jason hat ganze Arbeit geleistet - wie ist seine Strafe?Im 3. Teil ist man weiterhin Zeuge der Unstimmigkeiten zwischen Suzanna und Neil, Vivi hat das Talent, zu vertuschen - das kann diese Familie gut. Rückblick zu Athene und Douglas, die bereits längere Zeit getrennt sind; hier erfährt man, wie Suzanna zu Douglas kam. Welches Paar oder welche Person ist in dieser Geschichte eigentlich glücklich und zufrieden? Vielleicht Vivi und Douglas? Die anderen definitiv nicht. In der gesamten Familie und Geschichte mangelt es an Gesprächen und Aussprache, egal zwischen wem. Wieder sind es Alejandro und Suzanna, die Nägel mit Köpfen machen, Suzannas Geschwister kommen zum Ende hin auch mal kurz zu Wort und man erfährt einiges über Athenes Entscheidung. Diese Zeitsprünge finde ich auch zum Ende des Hörbuchs noch verwirrend.Die Stimme von Luise Helm ist ganz klar ein Pluspunkt, mit dem Inhalt tat ich mich die ganze Zeit schwer. Ich komme einfach nicht über 3 Sterne hinaus.