Alina arbeitet als Reporterin beim Fernsehen und bekommt nach einer Umstrukturierung die Chance, sich mit einer Reportage über Obdachlosigkeit zu beweisen. Dabei begegnet sie Bohm, der sich gemeinsam mit seinem Hund Fox durchs Leben schlägt. Ausgerechnet ein Angriff auf Fox bringt die beiden näher zusammen, denn Bohm kann die Tierarztkosten nicht allein tragen. Vorsichtig nähern sie sich einander an Bohm bleibt zunächst verschlossen, wirkt fast fehl am Platz in diesem Leben. Doch mit der Zeit wächst Vertrauen. Gleichzeitig gerät Alina unter Druck beim Sender, vor allem ihr impulsiver Chef überschreitet dabei mehr als einmal Grenzen.
Die Geschichte ist berührend erzählt und zeigt eindrucksvoll, wie Vorurteile entstehen und auch überwunden werden können. Einfühlsam und gleichzeitig kraftvoll entwickelt sich die Handlung, macht Hemmschwellen sichtbar und lässt Nähe entstehen, wo zuvor Distanz war. Alina wirkt anfangs noch unsicher, findet aber zunehmend ihren eigenen Weg. Bohm habe ich schnell ins Herz geschlossen zurückhaltend, eigenbrötlerisch und ohne jede Spur von Selbstmitleid, dabei spürt man, dass er seine eigene Geschichte mit sich trägt. Jedes Schicksal hat seine eigene Geschichte.
Am Ende blieb bei mir vor allem die Frage, wie anders Bohms Leben hätte verlaufen können, wenn er früher Verantwortung übernommen hätte und nicht weggelaufen wäre.
Ich habe das Buch als Hörbuch erlebt und war wirklich begeistert. Die Stimmen tragen die ruhige, fast leise Atmosphäre perfekt für mich definitiv ein Hör-Highlight in diesem Jahr.