KAFFEE, EIERLIKÖR UND ETWAS KRIMI...Das Verbrechen geht um auf Sylt. Eine mysteriöse Einbruchserie erschüttert die Insel: Nicht millionenschwere Luxusvillen der Touristen werden überfallen, sondern die Häuser älterer, alleinstehender Frauen. Die Polizei in Westerland ist ratlos. Ungehörig, nein, richtig böse ist das, findet der frisch verrentete Ex-Hauptkommissar Karl Sönnigsen und bietet sich an, den Kollegen noch einmal ordentlich unter die Arme zu greifen. Und obwohl er jeden Morgen mit Kuchen oder Fischbrötchen zur Lagebesprechung ins Polizeipräsidium kommt, erteilt sein Nachfolger Runge ihm schließlich Hausverbot! Gut, dann muss es eben anders gehen: Gemeinsam mit seinen Freunden Onno, Chorschwester Inge und Strohwitwe Charlotte startet Karl ab sofort undercover. Und schon bald verfolgt das findige Rentner-Quartett die erste heiße Spur. (Verlagsbeschreibung)Auch auf Sylt geht nicht immer alles idyllisch zu. In den letzten Wochen gab es immer wieder Einbrüche in Häuser, die von alleinstehenden Frauen bewohnt werden. Gruselig für die Frauen, beunruhigend für alle Sylter und geheimnisvoll für die Polizei. Die nämlich hat noch keine einzige Spur. Ein Skandal, wie Ex-Hauptkommissar Karl Sönnigsen findet - unter seiner fachlichen Führung hätte man den Fall seinerzeit sicher längst aufgeklärt! Doch von einer Hilfestellung des Pensionärs wollen die ehemaligen Kolleg:innen nichts wissen, und der neue Polizeichef erteilt ihm dann sogar noch Hausverbot im Präsidium. Wer nicht will, der hat schon, befindet Karl - und setzt auf Eigeninitiative. Mit einigen anderen Rentner:innen gedenkt er, den Einbrecher zu stellen...Viel Flair, gemütliche Atmosphäre bei reichlich Kaffee und Eierlikör, wenig Krimi. Der dümpelt tatsächlich lange vor sich hin und auf Spannung muss man hier nicht setzen. Ahnt man doch recht schnell, was hinter den Einbrüchen steckt und ist dann wenig überrascht, wenn sich der Verdacht schließlich bestätigt. Der "Showdown" ist dann schon speziell - aber eher amüsant denn zum Nägelkauen animierend. Die Personen sind etwas klischeehaft angelegt, was aber für einen Cosy Crime nicht untypisch ist. Allerdings ist gerade Ex-Hauptkommissar Karl Sönnigsen eine echt nervige Figur - herrisch, sehr von sich überzeugt, ein Alphamännchen, das anderen in wichtigen Situationen nicht zuhört und seine ehemaligen Kolleg:innen sowie den neuen Polizeichef ständig schlechtredet. Das fand ich schade, denn schließlich drehen sich die Fälle der Sylter Krimis von Dora Heldt um eben diesen Karl und seine Rentnerclique.Was fast noch den dritten Stern gekostet hätte: die Autorinnenlesung. Es gibt Menschen, die nicht nur schreiben sondern auch gut vortragen können. Dazu gehört Dora Heldt leider wohl nicht. So gerieten die 4 Stunden und 21 Minuten des außerdem noch gekürzten Hörbuches oftmals zu einer Nervenprobe. Ein langweilig-monotoner Vortrag, teilweise zu schnell und haspelig, und mit keinerlei Figurenunterscheidung. Das macht aus einem Unterhaltungsroman auch schon mal keinen Unterhaltungsroman. Schade.Ich glaube, auf weitere Bände der Reihe werde ich doch lieber verzichten. Andere Bücher der Autorin haben mir besser gefallen...© Parden