Insgesamt hat das Hörbuch eine Dauer von 19 Stunden und 55 Minuten. Für mich waren das sehr lange fast 20 Stunden. Mehrfach habe ich auf die noch verbleibende Zeit geschaut und dachte mir, dass das doch nicht sein kann. Aber jetzt zu meinem konkreten Eindruck.
Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen, recht schnell sind wir mitten im Geschehen der Entführung der beiden Teeanger-Mädchen. Emmy Clifton nimmt gemeinsam mit ihrem Vater, dem Sheriff von North Falls, die Ermittlungen auf. Eine richtige Spur finden sie jedoch nicht, alle Möglichkeiten werden durchgespielt, wer die Mädchen entführt haben könnte. Für Emmy ist dieser Fall zudem sehr persönlich, da sie eins der Mädchen, die Tochter ihrer besten Freundin, kurz zuvor zurückgewiesen hatte, als die nach Hilfe gefragt hatte. Hätte Emmy die Entführung verhindern können?
Und ab da ging für mich mehr und mehr die Spannung verloren, da alles sehr ausführlich erzählt wird. Nach und nach kommen immer mehr Personen hinzu, sodass es mir mit der Zeit zudem schwerfiel, alle auseinanderzuhalten. Dazwischen wurden auch immer wieder familiäre Hintergründe eingeschoben, die für die Ermittlungen sicher von Bedeutung sind, aber hier zu Längen ausgeartet sind und für mein Empfinden komplett das Tempo rausgenommen haben. Etwa in der Hälfte dachte ich, dass das Buch jetzt zu Ende sei. Doch dann habe ich gesehen, dass nochmal so viele Stunden auf mich warten. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, was noch kommen soll. Leider zog es sich genauso in die Länge wie die erste Hälfte und kurze Momente der Spannung wurden durch ausführliche Passagen wieder rausgenommen. Es ist nicht das erste Buch von Karin Slaughter, das ich gelesen habe (z. B. Ein Teil von ihr), dieses hier hat meinen Lesenerv leider nicht getroffen.
Zur Sprecherin Nina Petri: Sie ist wohl eine der bekanntesten deutschen Hörbuchinterpretinnen und als Sprecherin für die Werke von Karin Slaughter, soweit ich weiß, eine wiederkehrende Stimme. Auch in "Dunkle Sühne" hat sie eine ruhige und markante Stimme und passt grundsätzlich sehr gut zu dem Thriller. Zugleich hatte ich hier aber das Gefühl, dass dadurch das sehr ausführliche Erzähltempo des Thrillers noch verstärkt wurde. Ich hätte mir alternierende Tempi gewünscht, sodass die Spannungsphasen auch durch die Sprechgeschwindigkeit unterstützt würden.
Wer bei Thrillern also vor allem Wert auf eine ausführlich erzählte Handlung, komplexe Familiengeschichten und viele Figuren und Ermittlungsansätze legt, könnte hier gut zurechtkommen. Oder auch wer gerne tief in die Hintergründe der beteiligten Personen eintaucht und sich Zeit für deren Geschichten nimmt, wird sicherlich auf seine Kosten kommen.
Bei Liebhaber:innen des rasanten Thrillers mit viel Tempo ist hier definitiv Geduld gefragt.