Eine Auszeit in Würzburg in Begleitung einer Katze
In dem Hörbuch "Katzentage" geschrieben von Ewald Arenz und gesprochen von Julia Meier wird von Paula und Peter erzählt.Beide sind schon lange Kollegen arbeiten in der gleichen Klinik. Peter ist Verwaltungsjurist und Paula ist Ärztin. Beide Berufe lassen wenig Zeit für Träumereien. Zwischen Peter und Paula schwingt etwas mit, das zwar unausgesprochen aber spürbar ist.Die Geschichte beginnt damit, dass beide gemeinsam ein Seminar besucht haben und danach die Nacht miteinander verbringen. Auf der Heimfahrt nach Frankfurt zwingt sie ein Bahnstreik in Würzburg zum Verweilen. Es fährt kein Zug mehr. Sie nehmen sich ein gemeinsames Zimmer und warten auf das Ende des Streiks. An den drei gemeinsamen Tagen erkunden sie Würzburg. Dabei taucht immer wieder eine Katze auf, die die beiden begleitet. Sogar ins Museum. In der Erzählung passieren Momente, über die man schmunzeln kann. Bei manchen finde ich aber, dass diese einfach erfunden klingen. Beide stehen am Beginn einer möglichen Liebesbeziehung und in ihrer gemeinsamen Zeit gibt es ein ständiges aufeinander zugehen und zurückweichen.Das Ende war dann sehr abrupt vorbei. Das war mein erstes Buch von Ewald Arenz und ich muss sagen ich bin hin- und hergerissen. Die Charaktere wirken etwas farblos auf mich. Paula hat offensichtlich eine Bindungsangst, aber warum sie keine Beziehung möchte, ist für mich nicht herausgekommen. Bei Peter hatte ich das Gefühl, dass er mehr als nur ein kurzes Techtelmechtel will.Was mir gefallen hat, sind die wechselnden Perspektiven zwischen Paula und Peter. Dadurch bekommt man Einblicke in ihr Denken. Was gut gelungen ist, ist die Darstellung der Dynamik zwischen Nähe und Vorsicht.Die Katze, die die beiden durch die Stadt begleitet und für den Titel verantwortlich ist, steht sinnbildlich für das, was geschieht. Bedeutet, dass Nähe nicht auf Knopfdruck entsteht, sondern durch Zeit und Vertrauen.Den Titel fand ich interessant und das Cover mit der Katze hat mich gleich angezogen.