Als Erstes möchte ich anmerken, dass das Cover absolut genial zum Inhalt passt.
House of Hollow ist düster, verstörend und zieht einen schnell in seinen Bann. Drei Schwestern, ein rätselhaftes Verschwinden in der Kindheit und eine Atmosphäre, die permanent unter die Haut geht. Die Geschichte lebt weniger von Tempo als von Stimmung unheimlich, märchenhaft und stellenweise richtig creepy.
Besonders gelungen sind die Bilder und Metaphern: schön, aber unter der Oberfläche ekelhaft und faulig. Das ist nicht so meins, aber scheinbar gehört das zu einer Horrorstory dazu.
Die Schwestern wirken fremd, beschädigt, nie ganz richtig in dieser Welt.
Allerdings hat das Buch auch Längen. Manche Passagen drehen sich zu sehr um Atmosphäre, ohne die Handlung wirklich voranzubringen. Gegen Ende hätte ich mir etwas mehr Klarheit und Konsequenz gewünscht.
Kein klassischer Thriller, eher Horror mit literarischem Einschlag. Für Fans von leiser, schleichender Gänsehaut sehr empfehlenswert.
Leider wird der Eindruck des Hörbuchs durch die Sprecherin deutlich geschwächt. Die Lesung wirkt sehr mechanisch, fast emotionslos, was der eigentlich intensiven und unheimlichen Geschichte viel Spannung nimmt. Das ist schade, denn gerade hier hätte eine nuancierte Interpretation viel ausmachen können.