Juliane ist ausgebildete Journalistin und arbeitet bei der Zeitung Brigitte,im Team, das überwiegend aus Frauen besteht, herrscht ein gutes Arbeitsklima. Sie ist eine selbstbewusste Frau,die in ihrem Beruf aufgeht.Inspiriert von den französischen Frauen, die auf die Straße gegangen sind, um gegen den Paragraphen 218 zu protestieren und sich öffentlich dazu bekannt haben, schon einmal ab getrieben zu haben,versuchen auch die Mitarbeiterinnen der Frauenzeitschrift eine ähnliche Aktion, mit durchschlagendem Erfolg. Ihre Chefin betraut Juliane mit der wöchentlichen Kolumne, die sich auch sehr schnell als Leserinnen Magnet erweist. Ihr Privatleben ändert sich, als sie den sympathischen Lehrer Andreas kennenlernt und sich in ihn verliebt. als sie eine alte Freundin von früher wieder trifft, die schwanger ist und nicht weiß, ob sie ihr Kind behalten soll,tritt bei ihr wieder eine alte Sehnsucht ins Bewusstsein. sie wurde als Baby von ihrer Mutter verlassen, und wuchs bei ihrer Tante auf. Diese hat so gut wie möglich versucht, die Lücke zu schließen und Juliane hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihr.Doch immer wieder drängt sich die Frage auf ,ob ihre Mutter noch lebt und warum sie von ihr verlassen wurde.
Der Roman erscheint in der Reihe Sternstunden der Frauen.
Die Autorin hat auf eine sehr emotionale Weise, die jedoch niemals ins kitschige abdriftete, eine fiktive Geschichte mit den Ereignissen der siebziger Jahre verbunden. Viele Gesetze von damals, kann man sich überhaupt nicht mehr vorstellen und die Frauen von heute würden sich das nicht mehr gefallen lassen.Das Patriarchat herrschte,Selbstständigkeit der Frauen wurde immer wieder ausgebremst,sowohl für den Erwerb des Führerscheins ,als auch die Aufnahme einer Berufstätigkeit mußte vom Ehemann genehmigt werden.
Gewissermaßen als roter Faden dienten die Aktionen rund um den Paragraphen 218.
Die Protagonistin Juliane war mir von Anfang an sehr sympathisch, ich habe ihre Aktionen und Bemühungen,mit großer Begeisterung verfolgt. Auch wenn es eine fiktive Geschichte war, sollten wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass es viele reale Frauen gab, die für das, was wir heute als selbstverständlich hinnehmen, gekämpft haben.
Mir wurde das Buch von der großartigen Sprecherin Eva Becker vorgelesen, und es war ein echter Hörgenuss.